27 January 2026, 18:32

Niedersachsen verschärft Kampf gegen Antisemitismus an Hochschulen mit neuem Gesetz

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Universitäten sollten in der Lage sein, Studenten wegen Antisemitismus zu relegieren - Niedersachsen verschärft Kampf gegen Antisemitismus an Hochschulen mit neuem Gesetz

Niedersachsen will schärfere Regeln gegen Antisemitismus und Diskriminierung an Hochschulen einführen

Das Land plant ein neues Gesetz, das von SPD und Grünen unterstützt wird und es Universitäten ermöglichen soll, Studierende abzulehnen oder zu exmatrikulieren, die wegen schwerer Straftaten wie Volksverhetzung verurteilt wurden. Der Vorstoß folgt auf Warnungen jüdischer Vertreter vor zunehmender Belästigung an Schulen und Hochschulen.

Der Druck auf eine Reform wuchs, nachdem der jüdische Intellektuelle Leon Kahane bei einer Gedenkveranstaltung zum Holocaust im Landtag gesprochen hatte. Er wies auf die Schikanen jüdischer Kinder und Studierender hin und kritisierte den mangelnden Schutz. Seine Worte veranlassten die Abgeordneten zum Handeln.

Laut dem Gesetzentwurf erhalten Hochschulen klarere rechtliche Befugnisse, um Antisemitismus und Diskriminierung zu bekämpfen. Sie könnten Bewerber:innen ablehnen oder immatrikulierte Studierende exmatrikulieren, die wegen Hassverbrechen verurteilt wurden. Exmatrikulierte hätten zudem zwei Jahre lang kein Recht auf erneute Einschreibung in Niedersachsen.

Das Gesetz soll auch eine Lücke schließen, indem es verhindert, dass in anderen Bundesländern gesperrte Studierende an niedersächsische Hochschulen wechseln. Befürworter argumentieren, dass dies Täter daran hindert, Konsequenzen durch einen Wechsel der Region zu entgehen.

Falls verabschiedet, würde das Gesetz den Hochschulen wirksamere Mittel an die Hand geben, um Antisemitismus und Diskriminierung zu bekämpfen. Studierende, die wegen schwerer Straftaten verurteilt wurden, könnten bis zu zwei Jahre lang vom Studium im Land ausgeschlossen werden. Die Maßnahme spiegelt die wachsende Sorge über Belästigungen und den Bedarf an stärkeren Schutzmechanismen im Bildungsbereich wider.