Neuer EU-Asylpakt: Warum Bundesländer bei Sekundärmigrationszentren zögern
Marie SchulzCDU Saar will ein zweites Migrationszentrum in Saarland einrichten - Neuer EU-Asylpakt: Warum Bundesländer bei Sekundärmigrationszentren zögern
Der Bundestag hat den neuen EU-Asyl- und Migrationspakt (GEAS) verabschiedet, der bis zum Sommer 2026 vollumfänglich in Kraft treten soll. Das Abkommen führt sogenannte Sekundärmigrationszentren ein, die dazu dienen, die Überstellung von Asylbewerbern in dasjenige EU-Land zu beschleunigen, das für ihren Antrag zuständig ist. Diese Einrichtungen – auch Dublin-Zentren genannt – spielen eine zentrale Rolle bei der Bearbeitung von Fällen, in denen Personen bereits in einem anderen EU-Staat Asyl beantragt haben.
Das neue System ermöglicht es den Bundesländern, eigene Sekundärmigrationszentren einzurichten, um Überstellungen schneller und rechtssicher durchzuführen. Bisher zeigen die meisten Länder jedoch wenig Interesse an der Umsetzung. Lediglich in Eisenhüttenstadt und Hamburg existieren bereits Dublin-Zentren als Pilotprojekte im Rahmen des GEAS-Umsetzungsgesetzes des Bundestags.
Im Saarland hingegen treibt die CDU-Fraktion die Einrichtung eines lokalen Zentrums voran. Anja Wagner-Scheid, innenpolitische Sprecherin der CDU, hat sich öffentlich für den Vorschlag ausgesprochen. Die Zentren sollen Verfahren für Asylsuchende vereinfachen, die sich zuvor in einem anderen EU-Mitgliedstaat registriert haben.
Trotz der bundesweiten Freigabe verläuft die Umsetzung zögerlich. Während die meisten Bundesländer zurückhaltend agieren, zeigt das Saarland mit seiner proaktiven Haltung die unterschiedlichen regionalen Herangehensweisen an die neue Migrationspolitik auf.
Der GEAS-Pakt wird bis Mitte 2026 vollständig gelten und die Handhabung von Asylüberstellungen in Deutschland verändern. Die Sekundärmigrationszentren – bisher nur vereinzelt eingerichtet – sollen den Prozess effizienter gestalten. Ihr Erfolg hängt jedoch davon ab, ob sich über die aktuellen Pilotstandorte hinaus mehr Bundesländer beteiligen.