Neue Energieeffizienz-Klassen: Deutschland führt A-bis-G-System ab 2026 ein
Lukas BraunNeue Energieeffizienz-Klassen: Deutschland führt A-bis-G-System ab 2026 ein
Deutschland reformiert sein System zur Energieeffizienzbewertung von Gebäuden und verabschiedet sich von der alten Skala von A+ bis H. Ab Mai 2026 gilt eine neue Einstufung von A bis G, die an EU-Standards angelehnt ist. Die Änderungen zielen darauf ab, umweltfreundlichere Gebäude zu fördern und strengere Compliance-Vorgaben durchzusetzen.
Das aktualisierte System ersetzt die bisherigen GEG-Bewertungen durch eine harmonisierte, EU-weite Klassifizierung. Die Klasse A ist künftig ausschließlich emissionsfreien Gebäuden vorbehalten und setzt damit höhere Maßstäbe als die bisherige Stufe A+. Am anderen Ende der Skala umfasst Klasse G die 15 % der ineffizientesten Gebäude Deutschlands.
Die Reform erweitert zudem die Pflicht, einen Energieausweis vorlegen zu müssen. Vermieter benötigen diesen künftig bei der Verlängerung von Mietverträgen oder größeren Sanierungen. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 10.000 Euro.
Da sich nationale Durchschnittswerte und Schwellenwerte im Laufe der Zeit ändern, können sich auch die Bewertungen von Gebäuden verschieben. Ältere, nach GEG ausgestellte Zertifikate könnten an Glaubwürdigkeit verlieren, sobald die neue Skala zum Standard wird. Die Bundesregierung bereitet zudem das Gebäude-Modernisierungsgesetz (GMG) vor, um die Wärmewende zu unterstützen und die EU-Ziele zu erfüllen.
Laut der überarbeiteten EU-Richtlinie müssen alle neuen öffentlichen Gebäude ab 2028 emissionsfrei sein, für alle Neubauten in der EU gilt dies ab 2030. Auch marktliche Auswirkungen sind zu erwarten: Immobilien der Klasse G könnten mit einem "Braunen Abschlag" konfrontiert sein, während Spitzenbewertungen Prämien einbringen dürften.
Die neue A-bis-G-Einstufung soll die Energieeffizienz deutscher Gebäude deutlich steigern. Strengere Vorschriften, erweiterte Offenlegungspflichten und marktliche Anreize zielen darauf ab, Emissionen zu senken und den Gebäudebestand zu modernisieren. Die Änderungen treten 2026 in Kraft, während langfristige EU-Vorgaben die künftigen Baustandards prägen werden.






