"Monsters Paradies" feiert skurrile Weltpremiere an der Hamburger Staatsoper
Lukas Braun"Monsters Paradies" feiert skurrile Weltpremiere an der Hamburger Staatsoper
An der Hamburger Staatsoper feierte Monsters Paradies am 1. Februar 2026 Weltpremiere. Die opernhafte Groteske, eine Zusammenarbeit der Komponistin Olga Neuwirth und der Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, verband schwarzen Humor mit tiefgründigen Themen. Schon Wochen vor dem Ereignis prägten Werbevideos mit niedlichen Echsen und Monsterplakate das Stadtbild und schürten die Vorfreude.
Die Premiere fiel zudem mit einer separaten kulturellen Debatte zusammen: Eine Petition zum Erhalt des Lateinunterrichts, unterstützt von 88 führenden Intellektuellen, Künstlern und Wissenschaftlern – darunter auch Jelinek selbst.
Die Oper erzählt die Geschichte zweier Vampirdamen, die gegen einen schurkischen Präsidenten und seine Zombie-Armee kämpfen. Ihr Verbündeter, das weise Monster Gorgonzilla, steht ihnen zur Seite, um die Welt zu retten. Die Handlung entfaltet sich zwischen Absurdität und Ernsthaftigkeit und spiegelt Neuwirths unverwechselbaren Stil wider.
Olga Neuwirths Partitur balancierte zwischen Groteskem und Tiefgründigem und verband dabei vielfältige musikalische Techniken. Das Staatsorchester unter der Leitung von Titus Engel lieferte eine Darstellung, die den hohen Ansprüchen der Komponistin gerecht wurde. Georg Nigl übernahm die Hauptrolle, während Regisseur und Bühnenbildner deutliche Parallelen zu realen Persönlichkeiten zogen und so zusätzliche Bedeutungsebenen schufen.
Der Schlussakt zeigte die Vampirdamen in die Ewigkeit entschwebend, begleitet von Schuberts Fantasie in f-Moll, interpretiert von der Pianistin Elisabeth Leonskaja. Trotz der aufwendigen Inszenierung und des prominent besetzten Kreativteams blieben größere öffentliche oder internationale Reaktionen auf die Premiere in den verfügbaren Quellen unverzeichnet.
Unterdessen gewann die Petition zur Bewahrung des Lateinunterrichts an Fahrt. Zu den Unterzeichnern zählen Nobelpreisträger wie Anton Zeilinger ebenso wie renommierte Mediziner, Theaterstars und politische Persönlichkeiten. Unterstützer können ihre Namen unter aufstehn.at eintragen.
Die Uraufführung von Monsters Paradies markierte einen weiteren kühnen Beitrag zur zeitgenössischen Oper, der eindrucksvolle Bilder mit komplexen Themen verband. Die Bezüge zu aktuellen Ereignissen und die prominenten Schöpfer sicherten dem Werk einen Platz in kulturellen Diskursen. Parallel dazu unterstrich die Latein-Petition die anhaltenden Debatten über Bildung und kulturelles Erbe in der Kunst.