Molkereimagnat Theo Müller fordert CDU-AfD-Koalition in Baden-Württemberg
Tim SimonMüller-Chef ermutigt die CDU zu einer Koalition mit der AfD - Molkereimagnat Theo Müller fordert CDU-AfD-Koalition in Baden-Württemberg
Der Molkereimagnat Theo Müller, CSU-Mitglied, hat mit seinen jüngsten Äußerungen eine neue Debatte über die Regierungsbildung in Baden-Württemberg entfacht. In aktuellen Interviews schlug er vor, die CDU solle eine Zusammenarbeit mit der rechtspopulistischen AfD in Erwägung ziehen – ein Vorstoß, der auf sein Treffen mit der AfD-Co-Vorsitzenden Alice Weidel im vergangenen Jahr folgt.
Die Aussagen fallen in eine Phase, in der die Grünen ihre Führung bei der Landtagswahl 2026 gefestigt haben und die CDU auf den zweiten Platz verdrängt wurde. Damit stellt sich die Frage, wie zukünftige Koalitionen aussehen könnten.
Bei der Wahl in Baden-Württemberg legten die Grünen auf 30,2 Prozent zu, während die CDU auf 29,7 Prozent zurückfiel. Die SPD übersprang knapp die Fünf-Prozent-Hürde mit 5,5 Prozent, während die FDP/DVP mit 4,4 Prozent aus dem Landtag ausschied. Die AfD hingegen verzeichnete einen deutlichen Zuwachs auf 18,8 Prozent – was die Koalitionsverhandlungen zusätzlich verkompliziert.
Müller, der selbst kein AfD-Mitglied ist und auch nicht vorhat, der Partei beizutreten, warnte die CDU davor, sich von den Grünen überstrahlen zu lassen. Stattdessen schlug er entweder eine Koalition mit der AfD vor oder zumindest eine Duldung der Partei, um eine Regierung zu bilden. Seine Forderungen folgen auf frühere Lobeshymnen auf den AfD-Spitzenkandidaten Markus Frohnmaier sowie ein Treffen mit Weidel 2023 in Cannes.
In einem aktuellen Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung bezeichnete Müller Weidel als "eine Freundin". Seine wiederholten Kontakte zur AfD stoßen jedoch auf Kritik – insbesondere vor dem Hintergrund der umstrittenen Positionen der Partei zu Migration und Demokratie. Dennoch betonte Müller, die CDU dürfe sich nicht mit einer Juniorrolle unter dem Grünen-Co-Vorsitzenden Cem Özdemir zufriedengeben.
Angesichts der Wahlergebnisse gilt eine grün-schwarze Koalition zwar als wahrscheinlichste Option, da keine andere Konstellation eine Mehrheit ermöglicht. Doch Müllers Vorschläge haben die interne CDU-Debatte neu entfacht, ob man sich dem rechten Lager annähern solle.
Die Union steht nun vor der Entscheidung: die Zusammenarbeit mit den Grünen fortsetzen oder einen Kurswechsel in Richtung AfD riskieren. Müllers Eingreifen erhöht den Druck, doch die Parteiführung lehnt eine formelle Kooperation mit der Rechtspopulisten bisher ab.
Da keine alternative Koalition eine klare Mehrheit verspricht, bleibt die Zukunft der baden-württembergischen Landesregierung ungewiss. Der starke Zuspruch für die Grünen schränkt die Handlungsoptionen der CDU ein, während der AfD-Zuwachs die Diskussion am Köcheln hält.