Mexikos Morena räumt schwere Fehler bei Kandidatenauswahl ein
Mexikos regierende Partei Morena hat schwere Versäumnisse bei der Auswahl ihrer Kandidaten eingeräumt. Zwei brisante Fälle – einer betrifft einen Gouverneur, dem Verbindungen zum Drogenhandel vorgeworfen werden, der andere einen Bürgermeister, der wegen Erpressung festgenommen wurde – zwingen die Partei nun, ihre Überprüfungsverfahren grundlegend zu überdenken. Generalsekretärin Carolina Rangel Gracida räumte ein, dass Morena die volle Verantwortung für diese Skandale trage.
Im Mittelpunkt der Affären stehen zwei Persönlichkeiten: Rubén Rocha Moya, Gouverneur des Bundesstaates Sinaloa, und Diego Rivera Navarro, Bürgermeister von Tequila im Bundesstaat Jalisco. Rocha Moya hat sich derzeit beurlauben lassen, nachdem die US-Regierung ihm Verbindungen zum Drogenhandel vorwarf. Unterdessen wurde Rivera Navarro festgenommen, weil er angeblich eine Erpresserbande anführte, die sich gegen lokale Tequila-Hersteller richtete.
Rangel Gracida würdigte öffentlich die Entscheidung des Gouverneurs, zurückzutreten, statt sich auf politische Immunität zu berufen. Gleichzeitig gab sie zu, dass die internen Kontrollmechanismen von Morena versagt hätten, wodurch solche Kandidaten überhaupt erst an die Macht gelangen konnten. Dennoch wies sie Bedenken zurück, die Partei könnte bei den Wahlen 2027 ihre Mehrheit im Kongress verlieren, und verwies auf die große Mitgliederbasis und die anhaltende Unterstützung in der Bevölkerung.
Um künftige Vorfälle zu verhindern, plant Morena, die Überprüfungsverfahren vor den Wahlen 2027 deutlich zu verschärfen. Die Partei will ihre Mitglieder stärker einbinden, interne Gremien stärken und sowohl die Wahlkommission als auch die Kommission für Mitgliederbewertung reformieren. Rangel Gracida betonte, dass diese Änderungen notwendig seien, um das Vertrauen in den Auswahlprozess wiederherzustellen.
Laut Rangel Gracida bleibt Morena die mitgliederstärkste Partei Mexikos. Die Reformen zielen darauf ab, die Kandidatenprüfung strenger zu gestalten und das Risiko weiterer Skandale zu verringern. Ob es der Partei gelingt, diese Veränderungen umzusetzen, wird in den kommenden Jahren genau beobachtet werden.






