Meininger Wirtschaftsdialog startet nach zehn Jahren mit neuem Schwung durch
Lukas BraunMeininger Wirtschaftsdialog startet nach zehn Jahren mit neuem Schwung durch
Meininger Wirtschaftsdialog kehrt nach langer Pause zurück – Plattform für regionalen Austausch neu belebt
Nach einer langen Unterbrechung hat der Meininger Wirtschaftsdialog seine Tätigkeit wiederaufgenommen und strebt an, seine zentrale Rolle als Diskussionsforum für wirtschaftliche Themen in der Region zurückzugewinnen. Die erste Veranstaltung des Jahres 2026 fand im Mehrgenerationenhaus statt und brachte Unternehmer, lokale Verantwortungsträger sowie Vertreter aus der Landespolitik zu einem offenen Austausch zusammen.
Organisiert wurde der Dialog gemeinsam von der Stadt Meiningen, Sebastian Wehlisch (Geschäftsführer der Sozialwerk Meiningen gGmbH) und Daniel Weißbach (Leiter der Psychosozialen Dienste für Kinder, Jugendliche und Erwachsene). Die Gastgeber stellten in ihren Begrüßungsworten das Sozialwerk Meiningen sowie die Sarterstift-Stiftung vor und erläuterten deren Bedeutung für die lokale Wirtschaft und die sozialen Dienstleistungen.
Bürgermeister Fabian Giesder eröffnete die Veranstaltung mit einem Rückblick auf frühere Treffen, bei denen Unternehmer offen Ideen, Herausforderungen und Chancen diskutiert hätten. Er betonte die Notwendigkeit, diese Tradition wiederzubeleben, und bezeichnete den Dialog als wichtigen Impulsgeber für die wirtschaftliche Dynamik sowie als Brücke zwischen Stadtverwaltung und Wirtschaft.
Zu den Teilnehmern zählten prominente Persönlichkeiten wie Colette Boos-John, Thüringens Wirtschaftsministerin, sowie Janine Merz, Abgeordnete des Landtages. Auch zahlreiche lokale Unternehmer folgten der Einladung – ein deutliches Zeichen für das große Interesse an der Initiative.
Künftig sollen die Wirtschaftsdialoge regelmäßig stattfinden und aktuelle wirtschaftliche Themen behandeln, um die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, regionalen Partnern und der Kommunalpolitik zu vertiefen. Ziel ist es, ein stärkeres Netzwerk aufzubauen, das Verständnis für die wirtschaftliche Lage zu schärfen und sicherzustellen, dass der Bürgermeister in engem Austausch mit der Privatwirtschaft bleibt.
Seit dem letzten Wirtschaftsdialog im Jahr 2016 hat sich Meiningens Wirtschaft moderat entwickelt. Die Arbeitslosenquote sank von etwa 6,5 Prozent auf rund 4,2 Prozent im Jahr 2025 – begünstigt durch den Produktionssektor und den Tourismus. Dennoch blieb das Wachstum hinter den Spitzenreitern Thüringens wie Erfurt und Jena zurück, wo das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf um 25 bis 30 Prozent stieg, während Meiningen nur ein Plus von 15 bis 20 Prozent verzeichnete. Herausforderungen wie die Abwanderung aus ländlichen Gebieten und die zögerliche Digitalisierung bremsten die Entwicklung der Region.
Der neu belebte Meininger Wirtschaftsdialog soll nun als regelmäßige Plattform dienen, um wirtschaftliche Prioritäten zu diskutieren und die Zusammenarbeit zu stärken. Mit Beteiligung von Vertretern aus Kommune und Land will die Veranstaltungsreihe langfristiges Wachstum fördern und Unternehmen eine direkte Anbindung an die Stadtspitze bieten.