13 April 2026, 08:13

Mehrwertsteuer-Reform: Spahn fordert Nullsatz auf Grundnahrungsmittel gegen Inflation

Eine Europakarte, die die EU-Mehrwertsteuersätze von 2014 mit Prozentangaben und Textbeschriftungen zeigt.

Mehrwertsteuer-Reform: Spahn fordert Nullsatz auf Grundnahrungsmittel gegen Inflation

In der deutschen Koalitionsregierung gewinnt eine Debatte über die Reform der Mehrwertsteuer an Fahrt. Zur Diskussion stehen Vorschläge, den allgemeinen Mehrwertsteuersatz zu erhöhen, um Haushaltslücken zu schließen, während andere eine Senkung der Steuern auf Grundnahrungsmittel fordern, um die Inflationsbelastung zu verringern. Jens Spahn, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hat einen Plan vorgelegt, der die vollständige Abschaffung der Mehrwertsteuer auf lebensnotwendige Lebensmittel vorsieht.

Aktuell gilt in Deutschland ein ermäßigter Steuersatz von sieben Prozent auf Grundnahrungsmittel, während die meisten anderen Waren mit dem regulären Satz von 19 Prozent besteuert werden. Spahn argumentiert, dass der Wegfall dieser Abgabe auf essenzielle Güter als sozialer Ausgleich wirken würde – insbesondere zugunsten einkommensschwacher Haushalte. Diese geben einen größeren Teil ihres Einkommens für tägliche Grundbedürfnisse wie Lebensmittel und Miete aus, betonte er.

Mieten sind bereits von der Mehrwertsteuer befreit, und Spahn schlägt vor, dieses Prinzip logischerweise auf Lebensmittel auszuweiten. Sein Vorschlag präsentiert diesen Schritt als Maßnahme gegen die Inflation, die durch geopolitische Spannungen – darunter der Konflikt im Iran – weiter angeheizt wird. Allerdings stößt die Idee in politischen Kreisen auf Widerstand, wo man Steuererhöhungen an anderer Stelle fürchtet.

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Innerhalb der Koalition befinden sich die Beratungen noch in einem frühen Stadium. Bevor Entscheidungen öffentlich kommuniziert werden, sollen zunächst die wirtschaftlichen und politischen Folgen intern bewertet werden. Eine der Optionen sieht vor, den Regelsteuersatz anzuheben, um den Bundeshaushalt zu konsolidieren – ein Abwägen zwischen Haushaltsdisziplin und sozialer Entlastung.

Spahn verknüpft seine Steuer senkungspläne mit übergeordneten wirtschaftspolitischen Überlegungen und positioniert sie als gezielte Reaktion auf steigende Lebenshaltungskosten. Doch die Debatte offenbart ein Dilemma: Während ökonomische Argumente für höhere Mehrwertsteuereinnahmen sprechen, warnen politische Stimmen vor zusätzlichen Belastungen für die Haushalte.

Die Koalition wird nun die konkurrierenden Vorschläge prüfen, bevor sie sich an die Öffentlichkeit wendet. Jede Änderung der Mehrwertsteuersätze hätte direkte Auswirkungen auf die Haushaltsbudgets – vor allem für Geringverdiener. Das Ergebnis wird auch prägen, wie Deutschland in den kommenden Monaten mit Inflation und Haushaltsdefiziten umgeht.

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