30 March 2026, 12:16

Massive Proteste in Bonn: Wut über sexualisierte Gewalt und Forderungen an die Politik

Gruppe von Menschen mit einem Banner "Du kannst uns nicht unterdrücken, vereine widerstehe Feminist" auf einer Straße mit einem Fahrrad in der Nähe, Ballons und Drähte im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel.

Massive Proteste in Bonn: Wut über sexualisierte Gewalt und Forderungen an die Politik

Hunderte Demonstranten versammelten sich am Sonntag im Bonner Stadtzentrum, um gegen sexualisierte Gewalt zu protestieren und konkrete Maßnahmen zu fordern. Die Kundgebung folgte einer großen Demonstration in Köln am Vortag, an der mehr als 5.000 Menschen für dasselbe Anliegen auf die Straße gegangen waren. Die Wut in der Bevölkerung wuchs, nachdem eine Der-Spiegel-Recherche digitale Missbrauchsvorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann, den Schauspieler Christian Ulmen, aufgedeckt hatte.

Die Bonner Protestaktion, organisiert von einem Bündnis aus Stadtratsparteien, zog über 500 Menschen auf den Marktplatz vor dem alten Rathaus. Plakate mit Botschaften wie "Girls just wanna be safe" oder "Wir sind wütend" spiegelten die Verzweiflung und den Frust der Teilnehmenden wider.

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Jede Rednerin und jeder Redner bei der Veranstaltung forderte Männer auf, Verantwortung zu übernehmen und frauenfeindliches Verhalten aktiv zu hinterfragen. Auch Politikerinnen der Frauen-Union der CDU beteiligten sich und drängten auf strengere gesetzliche Schutzmaßnahmen für Frauen.

Die Demonstration fällt in eine Phase, in der Deutschland über neue Gesetze gegen digitale Gewalt diskutiert. Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) arbeitet derzeit an einem Gesetzesentwurf, der die unbefugte Verbreitung von Nacktaufnahmen, KI-generierte Deepfakes und heimliche Überwachung durch Spyware unter Strafe stellen soll. Zudem müssten Anbieter künftig IP-Adressen an Opfer herausgeben.

Kritik gibt es vor allem an Bundeskanzler Friedrich Merz, der sich bisher nicht klar hinter verschärfte Schutzregelungen stellt. Tim Achtermeyer, Co-Vorsitzender der Grünen in Nordrhein-Westfalen, warf Merz vor, das Problem unzureichend anzugehen. Merz selbst hatte jüngst in einer Regierungssitzung für 2026 steigende Gewalt – einschließlich digitaler Formen – mit Migration in Verbindung gebracht.

Die Proteste in Bonn und Köln zeigen den wachsenden öffentlichen Druck für rechtliche Reformen. Aktuell werden neue Maßnahmen gegen digitale Gewalt diskutiert, wobei strengere Kontrollen und mehr Verantwortung gefordert werden. Wie die Regierung darauf reagiert, wird entscheiden, ob diesen Forderungen nachgekommen wird.

Quelle