Marlies Krämer: Wie eine Frau die Debatte um geschlechtergerechte Sprache prägte

Marie Schulz
Marie Schulz
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Eine Gruppe von Menschen mit einer Tafel, auf der "Kein Feminismus ohne Trans-Frauen" steht, und verschiedenen Schildern, die in einem öffentlichen Raum mit einer Wand und einem Rollladen im Hintergrund stehen.Marie Schulz

Marlies Krämer: Wie eine Frau die Debatte um geschlechtergerechte Sprache prägte

Marlies Krämer, eine entschlossene Fürsprecherin für geschlechtergerechte Sprache, starb am 4. Februar 2022 im Alter von 88 Jahren. Obwohl sie der Öffentlichkeit bis 2018 weitgehend unbekannt blieb, prägten ihre juristischen Kämpfe die Art und Weise, wie Behörden Frauen in offiziellen Dokumenten ansprachen. Ihre Bemühungen lösten nachhaltige Debatten über sprachliche Gleichberechtigung aus.

Krämers Einsatz begann 1996, als sie erfolgreich durchsetzte, dass Passformulare geschlechtsneutrale Unterschriftsfelder erhielten. Dieser frühe Erfolg gab den Ton für ihre späteren Kampagnen vor. Ab 1999 forderte sie zudem, die Bezeichnungen für Tiefdruckgebiete abwechselnd in weiblicher und männlicher Form zu vergeben.

Ihre Frustration wuchs, als ihre örtliche Sparkasse sich weigerte, Formulare anzupassen – mit der Begründung, die Neudruckkosten seien zu hoch, und der Begriff der Kunde (männliche Form) sei ohnehin inklusiv. Krämer argumentierte, dass die Zwangsidentifikation von Frauen unter männlichen Bezeichnungen eine Diskriminierung darstellte. Sie zog vor Deutschlands höchste Gerichte – das Bundesgerichtshof und später das Bundesverfassungsgericht –, unterlag jedoch in beiden Instanzen.

Trotz dieser Rückschläge blieb sie darauf fokussiert, eine offizielle Anerkennung ihres Geschlechts zu erreichen. Sie bestand darauf, dass Behörden sie in allen schriftlichen Korrespondenzen als Frau ansprachen – ein Prinzip, das sie bis zu ihrem Tod verteidigte.

Krämers juristische Auseinandersetzungen erreichten nicht alle ihre Ziele, hinterließen aber Spuren in der deutschen Debatte über sprachliche Gleichstellung. Zwar folgten ihren Klagen keine flächendeckenden Reformen, doch ihre Beharrlichkeit sorgte dafür, dass die Diskussion weiterging. Ihr Vermächtnis lebt in den anhaltenden Debatten darüber fort, wie Institutionen mit Frauen kommunizieren.

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