Markus Söder steht vor dem Stockacher Narrengericht – ein historischer Fasnets-Auftritt
Clara FrankeFastnacht-Schüssel lädt Söder auf die Narrenschanze ein - Markus Söder steht vor dem Stockacher Narrengericht – ein historischer Fasnets-Auftritt
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder tritt am 12. Februar 2023 vor dem Stockacher Narrengericht an. Das historische Tribunal, das zur schwäbisch-alemannischen Fasnet gehört, stellt Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in spielerisch-satirischer Form vor ein Scheingericht. Söder folgt damit den Spuren von Franz Josef Strauß, der als letzter bayerischer Regierungschef 1979 vor dem Narrenrat stand.
Das Stockacher Narrengericht blickt auf eine fast 675-jährige Tradition zurück und verbindet Brauchtum mit humorvoller Verspottung. Die Angeklagten müssen mit Witz und Schlagfertigkeit auf überzogene, scherzhafte Vorwürfe reagieren. Zu den früheren "Prozessbeteiligten" zählten prominente Namen wie Angela Merkel, Wolfgang Kubicki und Karl Lauterbach.
Dass ausgerechnet Söder in diesem Jahr vor Gericht steht, ist kein Zufall. Die Veranstalter wählten ihn auch deshalb aus, weil er bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März 2026 nicht selbst kandidiert. Dort treten dann Spitzenkandidaten wie Manuel Hagel (CDU), Cem Özdemir (Grüne) und Andreas Stoch (SPD) an. Weitere Bewerber sind Hans-Ulrich Rülke (FDP), Guido Klamt (ÖDP), Celine Hirschka (Volt) und Jürgen Graalfs (Bündnis C).
Die Veranstaltung wird zeigen, wie gut Söder über sich selbst lachen kann – und das vor einem Fasnets-Publikum. Sein Auftritt knüpft an eine lange Tradition von Politikern an, die sich der öffentlichen Satire stellen. Der symbolische Prozess hält so den jahrhundertealten Brauch auch in diesem Jahr wieder lebendig.