11 May 2026, 08:31

"Lega-Affäre" im Tessin: Skandal um Hospita weitet sich zu politischem Machtkampf aus

Cartoon-Illustration, die Figuren als Reformchampions darstellend, die ein als Korruption etikettiertes Monster besiegen, mit begleitendem Text.

"Lega-Affäre" im Tessin: Skandal um Hospita weitet sich zu politischem Machtkampf aus

Ein politischer und juristischer Streit im Tessin hat sich ausgeweitet, nachdem Vorwürfe der Veruntreuung und Interessenkonflikte im Zusammenhang mit der Hospita-Gesundheitsgruppe bekannt wurden. Mittlerweile laufen mehrere Ermittlungen, die Politiker, Journalisten und Medienunternehmen betreffen – ein Komplex, der unter dem Namen „Lega-Affäre“ bekannt geworden ist.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Tessin hat ein Verfahren wegen Veruntreuung gegen Eolo Alberti eingeleitet, den Chef von Hospita. Parallel dazu sieht sich Sabrina Aldi, eine ehemalige Lega-Parlamentsabgeordnete, mit dem Vorwurf konfrontiert, ihre Position missbraucht zu haben, um private Geschäftsinteressen zu begünstigen. Ihr wird vorgeworfen, Alvaro Camponovo – den Sohn ihrer Vorgesetzten bei Hospita – als einzigen Kandidaten der Lega für das Amt des Staatsanwalts unterstützt zu haben, ohne die Verbindung offen zu legen.

Der Skandal hat auch hochrangige Funktionäre erfasst, darunter den Lega-Regierungsrat Norman Gobbi. Zwar bestätigte Gobbi eine interne Parteprüfung, betonte jedoch, diese sei von der Lega als Verein und nicht von kantonalen Stellen durchgeführt worden. Unterdessen hat das Tessiner Kantonsparlament beschlossen, eine parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) einzusetzen, um den Hospita-Fall zu untersuchen.

Rechtliche Schritte richten sich zudem gegen Medienhäuser. Zwei Journalisten der „La Regione“ müssen sich wegen angeblicher Verletzungen des Persönlichkeitsrechts in ihrer Berichterstattung verantworten. Ein Reporter des „Area“ und ein Mitarbeiter des Rundfunksenders RSI wurden ebenfalls wegen mutmaßlicher Verstöße angezeigt. Drei Tessiner Medienunternehmen sehen sich nun sowohl mit Strafverfahren als auch mit Zivilklagen konfrontiert; RSI wurde bereits zur Zahlung von 40.000 Schweizer Franken Schadensersatz verurteilt.

Der Fall weitet sich weiter aus, wobei Politiker, Gesundheitsmanager und Journalisten in juristische Auseinandersetzungen verwickelt sind. Die neu gebildete parlamentarische Untersuchungskommission wird die Hospita-Affäre nun genauer unter die Lupe nehmen, während Gerichte die Vorwürfe gegen Medienorganisationen und beteiligte Personen prüfen.

Lesen Sie auch:

Quelle