Landwirte legen Deutschlands Autobahnen lahm – Protest gegen EU-Mercosur-Deal
Tim SimonBauernproteste: Sachsens Agrarminister kritisiert EU-Pläne - Landwirte legen Deutschlands Autobahnen lahm – Protest gegen EU-Mercosur-Deal
Landwirte und Umweltschutzgruppen verschärfen diese Woche ihre Proteste gegen das EU-Mercosur-Freihandelsabkommen. In ganz Deutschland sind Demonstrationen geplant, darunter Traktorenblockaden auf Autobahnen und vor bedeutenden Wahrzeichen. Das Abkommen, das den Handel zwischen der EU und südamerikanischen Staaten ausbauen soll, stößt auf wachsenden Widerstand aus verschiedenen Bereichen.
Die aktuelle Protestwelle begann heute auf ostdeutschen Autobahnen, unter anderem in der Nähe der Dresdner Frauenkirche. Landwirte befürchten, dass das Abkommen den europäischen Markt mit günstigeren Agrarimporten aus Südamerika überschwemmt und heimische Produzenten verdrängt. Sachsens Agrarminister hat die Demonstrationen öffentlich unterstützt und fordert gleiche Standards für Importwaren, um die einheimischen Landwirte zu schützen.
Der Druck gegen das Abkommen baut sich seit Monaten auf. Frühere Verzögerungen folgten Massenprotesten französischer Landwirte, die die EU zwangen, ihren Zeitplan zu überdenken. Nun haben sich über 400 Nichtregierungsorganisationen – darunter Greenpeace, Misereor und PowerShift – mit Gewerkschaften und Verbrauchergruppen zusammengeschlossen, um gegen das Abkommen zu protestieren. Auch die Regierungen in Frankreich, Polen, Österreich und Teilen Italiens haben Bedenken geäußert. Weitere Proteste sind für diese Woche in Brüssel geplant, mit größeren Aktionen am Donnerstag, dem 8. Januar 2026. In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern werden Traktor-Korsos und teilweise Autobahnblockaden stattfinden, während Landwirte und Aktivisten einen Stopp der Verhandlungen fordern.
Das EU-Mercosur-Abkommen bleibt angesichts des breiten Widerstands blockiert. Landwirte, Umweltorganisationen und politische Führungskräfte drängen weiterhin auf strengere Importregeln, um Marktungleichgewichte zu verhindern. Ohne Zugeständnisse sind in den kommenden Tagen weitere Störungen zu erwarten.