08 January 2026, 14:36

Kai Wegner spielt Tennis während des Berliner Stromausfalls – und erntet Shitstorm

Eine Stadtansicht mit Gebäuden, Bäumen, Polen, Straßen, Fahrzeugen und Himmel.

Kann ein Bürgermeister während einer Krise Tennis spielen? Aber ja! - Kai Wegner spielt Tennis während des Berliner Stromausfalls – und erntet Shitstorm

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner gerät nach Tennis-Spiel während großflächigem Stromausfall in die Kritik

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hat scharfe Kritik geerntet, nachdem er während eines massiven Stromausfalls Tennis gespielt hatte. Der Blackout ließ rund 100.000 Einwohner im Südwesten der Stadt stundenlang ohne Strom zurück. Während Techniker fieberhaft an der Wiederherstellung der Versorgung arbeiteten, löste die Entscheidung des Bürgermeisters, eine Pause einzulegen, einen politischen Eklat aus.

Der Stromausfall begann bereits in den frühen Morgenstunden des Samstags und betraf tausende Haushalte sowie Unternehmen. Wegner wurde umgehend informiert und koordinierte von seinem Homeoffice aus telefonisch die Krisenbewältigung – doch nach etwa fünf Stunden unterbrach er die Arbeit für eine etwa einstündige Tennispartie.

Kritiker aus den Reihen von AfD, BSW und FDP forderten daraufhin seinen Rücktritt und warfen ihm mangelndes Krisenbewusstsein vor. Wegner hatte zunächst behauptet, durchgehend gearbeitet zu haben, räumte später jedoch das Tennis-Match sowie eine Mittagspause ein. Auch sein Besuch im betroffenen Gebiet am Sonntag stand in der Diskussion, wobei Einsatzkräfte solche Besuche oft eher als symbolische Geste denn als notwendige Maßnahme wahrnehmen. Die Stromversorgung konnte bereits einen ganzen Tag früher als geplant wiederhergestellt werden; schwerwiegende Verletzungen blieben aus. Experten wiesen darauf hin, dass das Berliner Stromnetz nicht anfälliger sei als das anderer deutscher Großstädte.

Doch die Debatte verlagerte sich von infrastrukturellen Fragen hin zu Wegners persönlichem Verhalten – manche bezeichneten die Aufregung als Ablenkung von den eigentlichen Problemen wie Netzwartung und Hochspannungsstabilität.

Der Vorfall hat die Diskussion über Führung in Krisenzeiten neu entfacht. Zwar endete der Stromausfall ohne größere Folgen, doch bleibt die Frage, ob Wegners Handeln angemessen war. Die Affäre offenbart zudem die anhaltenden Spannungen zwischen politischer Inszenierung und praktischer Regierungsarbeit in Berlin.