Jüdischer Student verklagt FU Berlin wegen mangelnden Antisemitismus-Schutzes
Tim SimonProzess gegen Universität - Verhandlung wird fortgesetzt - Jüdischer Student verklagt FU Berlin wegen mangelnden Antisemitismus-Schutzes
Ein jüdischer Student der Freien Universität Berlin (FU Berlin) hat rechtliche Schritte gegen die Hochschule eingeleitet und wirft ihr vor, ihn nicht ausreichend vor Antisemitismus geschützt zu haben. Im Mittelpunkt des Falls steht ein Übergriff im Februar 2024, den ein Gericht später als antisemitischen Angriff einstufte. Die Universität weist die Vorwürfe zurück und verweist auf ihre bestehenden Antidiskriminierungsrichtlinien.
Die Klage wurde von Lahav Shapira eingereicht, der Anfang 2024 auf dem Campus von einem anderen Studenten angegriffen worden war. Das Amtsgericht Tiergarten erkannte in der Tat einen antisemitischen Hintergrund und verurteilte den Angreifer zu drei Jahren Haft. Shapira argumentiert nun, dass die FU Berlin gegen das Berliner Hochschulgesetz verstoßen habe, da sie nicht genug unternommen habe, um Diskriminierung zu verhindern.
Während der Verhandlung stellte die vorsitzende Richterin fest, dass Shapira der Auffassung ist, seine Grundrechte seien durch das Klima an der Universität verletzt worden. Die Hochschule verteidigt sich mit dem Verweis auf ihre Antidiskriminierungsstelle und die etablierten Regelwerke. Dennoch wird das Gericht am 26. Februar 2026 erneut tagen, um zu prüfen, ob die Universität ausreichende Schutzmaßnahmen umgesetzt hat. Der Fall folgt Shapiras Behauptung, dass die Reaktion der Universität auf Antisemitismus nach wie vor unzureichend sei. Zwar wurde der Täter verurteilt, doch der Student besteht darauf, dass das übergeordnete Problem der Campussicherheit nicht gelöst ist.
Die anstehende Verhandlung wird zeigen, ob die aktuellen Maßnahmen der FU Berlin den rechtlichen Anforderungen zum Schutz vor Diskriminierung genügen. Ein Urteil könnte richtungsweisend dafür werden, wie Hochschulen künftig mit Fällen von Antisemitismus umgehen. Die Entscheidung des Gerichts wird sowohl von der Universität als auch von Interessensverbänden mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.