800 Menschen demonstrieren solidarisch mit Kurden - Hunderte fordern in Saarbrücken: „Stopp das Massaker in Nordsyrien!“
Hunderte Demonstranten versammelten sich am Wochenende in Saarbrücken, um ihre Solidarität mit den kurdischen Gemeinschaften in Nordsyrien und dem Iran zu zeigen. Die vom Kurdischen Gemeinschaftszentrum organisierte Kundgebung war geprägt von Rufen wie ‘Stopp das Massaker’ und ‘Verteidigt Kurdistan’ – eine Reaktion auf die jüngsten Militärangriffe auf kurdisch kontrollierte Gebiete.
An der Demonstration beteiligten sich etwa 800 Menschen, die ein Ende der Gewalt in Nordsyrien forderten. Ihre Wut richtete sich gegen die syrische Übergangsregierung unter Präsident Ahmed al-Scharaa, deren Truppen Anfang Januar eine Offensive gegen die kurdische Selbstverwaltung gestartet hatten. Der Angriff begann am 6. und 7. Januar 2026, als Regierungssoldaten und verbündete Milizen kurdische Stadtviertel in Aleppo beschossen.
Hinter dem Konflikt stehen langjährige Streitigkeiten darüber, wie die zuvor autonomen kurdischen Regionen in das zentralistische syrische Staatssystem integriert werden sollen. Seit Wochen kommt es in Nordsyrien immer wieder zu Zusammenstößen zwischen kurdischen Kämpfern und Regierungstruppen. Die Demonstranten in Saarbrücken verurteilten die Angriffe und forderten internationale Aufmerksamkeit für die eskalierende Krise. Das Kurdische Gemeinschaftszentrum, das die Veranstaltung organisiert hatte, betonte, dass die Kundgebung friedlich verlief. Redner auf der Demonstration wiesen auf die Gefahren für die Zivilbevölkerung in den mehrheitlich kurdischen Gebieten hin, wo die Kämpfe den Alltag lahmlegen und Familien zur Flucht zwingen.
Die Proteste in Saarbrücken fallen in eine Phase, in der die syrische Übergangsregierung weiterhin versucht, die von Kurden verwalteten Gebiete unter militärische Kontrolle zu bringen. Angesichts anhaltender Gefechte und steigender Spannungen bleibt die Lage in Nordsyrien instabil. Die Forderungen der Demonstranten nach Handeln spiegeln die wachsende Sorge um die humanitären Folgen des anhaltenden Konflikts wider.