"Heimat" in Mainz: Wie ein Restaurantname Hass und Solidarität auslöst
Clara Franke"Heimat" in Mainz: Wie ein Restaurantname Hass und Solidarität auslöst
Ein Mainzer Restaurant namens Heimat ist zum Zentrum eines erbitterten Streits geworden und hat eine aggressive Welle der Anfeindungen gegen seinen Besitzer, Veli Ivecen, ausgelöst. Der türkisch-kurdische Gastronom eröffnete das Lokal, um eine deutsch-türkisch-kurdische Küche anzubieten und ein Gefühl der Zugehörigkeit für alle Gäste zu schaffen. Stattdessen sehen sich er und sein Team nun unablässigen verbalen Angriffen und Drohungen ausgesetzt.
Der Streit entzündet sich am Namen des Restaurants – Heimat, ein deutsches Wort, das Heimat oder Zuhause bedeutet. Ivecen wählte es, um seine persönliche Verbindung zu Mainz widerzuspiegeln und einen einladenden Ort für seine Gäste zu schaffen. Doch Kritiker werfen ihm vor, damit rechtsextremes Gedankengut zu verbreiten; einige bezeichnen ihn sogar als Nazi.
Die Proteste beschränken sich nicht auf digitale Hetze. Vor dem Restaurant haben Demonstranten den Hitlergruß gezeigt und die Fassade mit Parolen wie „Das hier ist mein Zuhause, nicht deins“ beschmiert. Ivecen und sein Team wurden zudem mit einer Flut feindseliger E-Mails und Nachrichten in ihren privaten Instagram-Accounts überhäuft.
Angesichts der anhaltenden Feindseligkeit dachte Ivecen zunächst darüber nach, das Restaurant umzubenennen. Mittlerweile hat er sich jedoch entschieden, den Namen beizubehalten und an dessen ursprünglicher Bedeutung festzuhalten. Zwar ist er offen für konstruktive Kritik an seinem kulinarischen Angebot, doch die persönlichen Angriffe und falschen Vorwürfe verurteilt er scharf.
Die Anfeindungen kommen aus verschiedenen politischen Lagern und richten sich sowohl gegen den Namen als auch gegen Ivecens Herkunft. Der in der Türkei geborene Kurde hatte gehofft, mit Heimat durch Essen und Gastfreundschaft Kulturen zu verbinden.
Trotz der anhaltenden Feindseligkeit führt Veli Ivecen Heimat weiterhin als einen Ort gemeinsamer Mahlzeiten und kulturellen Austauschs. Die Angriffe haben zwar noch zu keinen rechtlichen Schritten gegen die Protestierenden geführt, doch das Team des Restaurants bleibt standhaft. Vorerst liegt der Fokus darauf, Gäste zu bewirten und einen Raum zu erhalten, in dem – wie von Ivecen intendiert – sich alle zu Hause fühlen können.






