Happel und Nocker: Zwei Ikonen der österreichischen Theaterszene mit gegensätzlichen Wegen
Tim SimonHappel und Nocker: Zwei Ikonen der österreichischen Theaterszene mit gegensätzlichen Wegen
Maria Happel und Paula Nocker verbinden eine lange Zusammenarbeit, geprägt von Ehrlichkeit und gegenseitigem Respekt. Beide Künstlerinnen zählen zu den prägenden Figuren der österreichischen Theaterszene – mit unterschiedlichen Herangehensweisen an Kritik und künstlerische Herausforderungen.
Happel, die trotz ihrer starken Verbindung zu Wien nur die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, bereitet sich derzeit auf eine ihrer bedeutendsten Rollen vor: die Titelpartie in Der heilige Falstaff am Burgtheater. Parallel arbeitet Nocker an einer vielbeachteten Koproduktion zwischen dem Volkstheater und den Wiener Festwochen. Maria Happels Karriere erreichte bereits vor Jahren einen Höhepunkt, als sie zur Österreicherin des Jahres gekürt wurde. Seit 2010 steht sie immer wieder gemeinsam mit ihren Töchtern auf der Bühne, etwa in Der Weg ins Freie. Für ihre aktuelle Rolle als Der heilige Falstaff geht sie ungewöhnliche Wege: Als Teil ihrer Figur trägt sie sogar ein Tattoo. Kritische Stimmen nimmt die Schauspielerin dabei kaum wahr – weder liest sie negative Rezensionen noch lässt sie sich davon beeinflussen.
Paula Nocker hingegen setzt auf einen offenen Dialog. Jede respektvolle Rückmeldung hält sie für berechtigt und wertvoll. Aktuell widmet sie sich der Produktion Mythen des Alltags, einer Koproduktion des Volkstheaters mit den Wiener Festwochen. Die Inszenierung unterstreicht einmal mehr ihren Ruf als präzise und kollaborative Regisseurin.
Trotz ihrer künstlerischen Erfolge bleibt Happels Beziehung zu Österreich ambivalent: Obwohl sie sich als Wienerin fühlt, darf sie aufgrund ihrer deutschen Staatsangehörigkeit nicht an österreichischen Wahlen teilnehmen. Diese Diskrepanz zwischen persönlicher Identität und rechtlicher Realität begleitet sie seit Jahren. Mit der Premiere von Der heilige Falstaff am Burgtheater steht Maria Happel ein weiterer Höhepunkt ihrer Laufbahn bevor. Gleichzeitig zeigt Paula Nockers Arbeit an Mythen des Alltags, wie vielfältig und dynamisch die österreichische Theaterszene bleibt.
Beide Künstlerinnen beweisen auf ihre Weise, wie unterschiedliche Zugänge zu Kritik und Kunst zu nachhaltigem Erfolg führen können – ob durch kompromisslose Konzentration auf die Rolle oder durch offenen Austausch mit dem Publikum.






