Hacker-Event startet Kampagne für digitale Unabhängigkeit gegen Tech-Konzerne
Clara FrankeChaos Computer Club ruft zum 'digitalen Unabhängigkeitstag' auf - Hacker-Event startet Kampagne für digitale Unabhängigkeit gegen Tech-Konzerne
Neue Kampagne für digitale Unabhängigkeit auf Europas größtem Hacker-Event gestartet
Auf Europas größtem Event für ethisches Hacken, dem 39. Chaos Communication Congress (CCC), ist eine neue Initiative ins Leben gerufen worden, die Nutzerinnen und Nutzer zum Umstieg auf unabhängige digitale Dienste motivieren soll. Die unter dem Namen „Digitaler Unabhängigkeitstag“ (engl. Digital Independence Day) gestartete Aktion begann am 4. Januar und wird künftig jeden ersten Sonntag im Monat stattfinden. Die Organisatoren wollen damit die Vorherrschaft großer Tech-Konzerne infrage stellen und datenschutzfreundliche Alternativen bekannter machen.
Die Kampagne wurde auf dem 39. Chaos Communication Congress (CCC) in Hamburg vorgestellt, der rund 16.000 Besucher anzog. Im Rahmen der Veranstaltung fanden 165 Vorträge zu digitalen Rechten und IT-Sicherheit statt. Der CCC, Europas größte Vereinigung ethischer Hacker, setzt sich seit Langem für verantwortungsvollen Technologieeinsatz und Transparenz ein.
Der Journalist und Change-Manager Björn Staschen, Mitbegründer der Initiative „Save Social“, fordert zudem politische Konsequenzen. In einer Petition ruft er die Bundesregierung auf, den Kurzmitteildienst X (ehemals Twitter) zu verlassen – mit Verweis auf dessen polarisierende Algorithmen. Die hohe öffentliche Resonanz auf die Petition deutet auf wachsende Unterstützung für solche Schritte hin. Der Autor Marc-Uwe Kling unterstützt die Kampagne und warnt davor, dass das digitale Leben zunehmend von einigen Milliardären kontrolliert werde. Um den Umstieg zu erleichtern, hat der Illustrator Florian Biege visuelle Anleitungen für den Wechsel zu unabhängigen Diensten entworfen. Die Initiative betont die Notwendigkeit von Plattformen, die Privatsphäre schützen, die Demokratie stärken und vielfältige Stimmen fördern.
Die monatlichen „Digitalen Unabhängigkeitstage“ sollen Nutzerinnen und Nutzer weiter dazu ermutigen, die Kontrolle über ihre digitalen Werkzeuge zurückzugewinnen. Mit praktischen Ratgebern und Aufklärungsarbeit hoffen die Organisatoren, mehr Menschen zu demokratischeren und datenschutzbewussteren Plattformen zu bewegen. Der Erfolg der Kampagne wird maßgeblich von anhaltendem öffentlichen Interesse und Engagement abhängen.