Wie die Grundrente Betroffene beeinflusst - Grundsicherung im Alter: Warum Millionen Rentner leer ausgehen
Fünf Jahre nach ihrer Einführung wurde die deutsche Grundsicherung im Alter, die Grundrente, einer eingehenden Prüfung unterzogen. Das Programm gewährt Rentnern mit niedrigen gesetzlichen Altersbezügen trotz langer Beitragszeiten zusätzliche monatliche Zahlungen. Aktuelle Zahlen zeigen nun, wie die Regelung über eine Million Empfänger im Land beeinflusst hat.
Arbeitsministerin Barbara Bas (SPD) betonte den Erfolg des Modells und hob hervor, dass sich jahrzehntelange Arbeit und Beiträge nun spürbar auf die Alterssicherung auswirkten.
2023 profitierten 1,27 Millionen Menschen von der Grundrente, die im Schnitt 97 Euro monatlich ausmachte. Allerdings erhielten nur 6,21 Prozent der Berechtigten tatsächlich die Leistung. Strenge Einkommensanrechnungsregeln führen dazu, dass der Zuschlag in 89 bis 95 Prozent der Fälle gekürzt oder gestrichen wird.
Regionale Unterschiede wurden bei den Auszahlungen deutlich: Männer in Ostdeutschland erhielten durchschnittlich 67 Euro monatlich, im Westen waren es 95 Euro. Frauen schnitten etwas besser ab – mit 86 Euro im Osten und 103 Euro im Westen. Dennoch sind Frauen überproportional betroffen: Über vier Fünftel der Anspruchsberechtigten sind weiblich, besonders in Ostdeutschland.
Die geschlechtsspezifischen Disparitäten gehen noch weiter: Während 70,9 Prozent der berechtigten Männer die Grundsicherung erhalten, sind es bei den Frauen nur 46,6 Prozent. Das System, das langjährige Beitragszahler belohnen soll, hat zwar die Renten vieler erhöht – doch viele bleiben aufgrund von Einkommensgrenzen ohne Unterstützung.
Die Evaluation bestätigt, dass die Grundrente die finanzielle Sicherheit von über einer Million Rentnern gestärkt hat. Doch ihre Wirkung bleibt durch die Einkommensprüfungen begrenzt, sodass viele Anspruchsberechtigte leer ausgehen. Die Bundesregierung bekräftigte zwar ihr Bekenntnis zum Modell, doch Anpassungen der Anrechnungsregeln könnten künftig die Reichweite erhöhen.