Großrazzia: Betrugsring täuscht Deutschprüfungen für Einbürgerungen vor
Lukas BraunBetrug bei deutschen und Einbürgerungstests: Mehrere Festnahmen - Großrazzia: Betrugsring täuscht Deutschprüfungen für Einbürgerungen vor
Die Nürnberger Polizei hat einen großangelegten Betrugsring aufgedeckt, der sich auf Deutschprüfungen und Einbürgerungstests konzentrierte. Dabei ließen sich Migranten, die einen Aufenthaltstitel oder die Staatsbürgerschaft anstreben, von Strohmännern bei den Prüfungen vertreten. Bisher gab es mindestens zwei Festnahmen, doch die Behörden rechnen bundesweit mit Dutzenden weiteren Fällen.
Die Ermittlungen begannen, nachdem im Dezember des vergangenen Jahres in einer Sprachschule in Nordrhein-Westfalen zehn Personen als Prüfungserschleicher überführt worden waren. Die Betrüger legten gefälschte Dokumente vor, die ihre eigenen Fotos mit den echten Daten der eigentlichen Prüfungsteilnehmer kombinierten. Die ahnungslosen Prüfer stellten daraufhin gültige Zertifikate aus, die für Aufenthaltsgenehmigungen oder Einbürgerungen genutzt wurden.
Ein 39-jähriger Iraker, der als mutmaßlicher Hauptorganisator gilt, wurde festgenommen und befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft. Er soll deutschsprachige Personen angeworben haben, um für Migranten die Prüfungen abzulegen – gegen eine Gebühr von 2.500 bis 6.000 Euro pro Test. Im Januar wurde zudem ein 22-jähriger Deutscher festgenommen, als er versucht haben soll, eine solche Ersatzprüfung abzulegen.
Die Behörden gehen davon aus, dass im Laufe der Ermittlungen eine hohe zweistellige Zahl weiterer Fälle in ganz Deutschland ans Licht kommt. Offizielle Statistiken, wie viele Personen durch diesen Betrug illegalen Aufenthalt oder die Staatsbürgerschaft erworben haben, liegen Anfang 2026 jedoch noch nicht vor.
Das Betrugsnetzwerk stützte sich auf gefälschte Ausweisdokumente und bezahlte Strohmänner, um das Prüfungssystem auszunutzen. Mit zwei bereits getätigten Festnahmen und weiteren laufenden Ermittlungen fahnden die Behörden weiterhin nach den Beteiligten. Die Aufdeckung könnte Konsequenzen für Aufenthalts- und Staatsbürgerschaftsstatus haben, die auf Basis dieser manipulierten Prüfungen erworben wurden.