05 February 2026, 14:31

Gil Ofarim, Stefan Raab und der Streit um Antisemitismus-Vorwürfe in deutschen Medien

Eine Karikatur einer Menge mit einigen, die Fahnen halten, einem Gebäude im Hintergrund und einem Text unten, der "Resist unto Blood: The True Christian Warfare" lautet.

Gil Ofarim, Stefan Raab und der Streit um Antisemitismus-Vorwürfe in deutschen Medien

Ein Streitfall aus dem Jahr 2021 um den Kleinstar Gil Ofarim ist nach seinem Auftritt bei Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! wieder in den Fokus gerückt. Der Sänger hatte damals fälschlicherweise einen Hotelmitarbeiter des antisemitischen Mobbings beschuldigt, was schließlich in einem gerichtlichen Vergleich endete. Nun hat ein Witz von Stefan Raab in seiner Show Cash or Gil die Kritik an der Verwendung antisemitischer Klischees in deutschen Medien neu entfacht.

Der Vorfall begann 2021, als Ofarim behauptete, ein Mitarbeiter eines Leipziger Hotels habe ihn gezwungen, seine Davidstern-Halskette zu verstecken. Das Verfahren wurde später eingestellt, nachdem er eine Geldstrafe gezahlt und eingeräumt hatte, dass die Anschuldigung falsch war. Jahre später, während seiner Teilnahme an der RTL-Show Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!, weigerte er sich, über den Fall zu sprechen, und berief sich auf eine Vertraulichkeitsvereinbarung. Mitbewohner hinterfragten kurz seine Ausweichmanöver, ließen das Thema dann aber fallen.

In Stefan Raabs Show Cash or Gil wurde in einer Sequenz über Ofarim gewitzelt, er besitze ein "Betrugsgen" und seine Musik spreche ausschließlich jüdisches Publikum an. RTL entfernte den Ausschnitt später mit der Begründung, es habe sich um Satire gehandelt, die jedoch missverstanden werden könnte. Weder Raab noch seine Produktionsfirma gingen direkt auf die antisemitischen Untertöne ein.

Die Debatte flammt auf, während Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! sich dem Ende zuneigt und Raab weiterhin eine prägende Figur im deutschen Fernsehen bleibt. Ofarims Fall wirft erneut die Frage auf, wie Prominente mit Verantwortung umgehen – oder sie ganz umgehen.

Das juristische Verfahren gegen Ofarim wurde zwar mit einer Strafe beigelegt, doch die jüngsten medialen Folgen zeigen, dass die Auswirkungen nachwirken. Die Entscheidung von RTL, Raabs Beitrag zurückzuziehen, unterstreicht die Brisanz antisemitischer Anspielungen in der Unterhaltungsbranche. Ofarims Schweigen in der Dschungelshow hingegen lässt Fragen zur Transparenz unbeantwortet.