Gedenktag für vermisste indigene Menschen: Die vergessenen Opfer der Gewaltwelle
Tim SimonGedenktag für vermisste indigene Menschen: Die vergessenen Opfer der Gewaltwelle
In dieser Woche gedenken Angehörige vermisster und ermordeter indigener Menschen in den USA ihren verlorenen Lieben. Der nationale Aktionstag für die Bewegung der vermissten und ermordeten indigenen Völker (MMIP) am 5. Mai rückt dabei die anhaltende Gewalt gegen diese Gemeinschaften in den Fokus. Die Zahlen sind alarmierend: Bis Ende 2025 gab es fast 1.500 aktive Bundesermittlungen zu vermissten indigenen Amerikaner:innen – und die Fälle häufen sich weiter. Zu den Opfern gehört der 16-jährige Jamian Reval, den seine Mutter Jessica Montoya in der Jicarilla-Apache-Nation in New Mexico verlor. Auch die 24-jährige Destiny Jeriann Whiteman wurde im August 2022 im Ute-Mountain-Ute-Reservat in Colorado getötet. Ein weiterer tragischer Fall ist der von Kaysera Stops Pretty Places, der 18-jährigen Nichte von Grace Bulltail, die im August 2019 tot im Crow-Reservat in Montana aufgefunden wurde.
Indigene Amerikaner:innen und Alaska Natives sind von Gewaltverbrechen mehr als doppelt so häufig betroffen wie der Rest der Bevölkerung. Besonders Frauen tragen ein erhöhtes Risiko: Sie werden doppelt so oft ermordet wie Angehörige anderer Gruppen. Die US-Regierung hat bereits Maßnahmen ergriffen, um die Situation zu verbessern. So unterzeichnete Präsident Trump 2020 Savanna’s Act und den Not Invisible Act, die eine bessere Datenerfassung und schnellere Reaktionen der Strafverfolgungsbehörden in indigenen Gebieten vorsehen. Zudem richtete das US-Innenministerium eine Taskforce ein, die sich gezielt mit Gewaltverbrechen in diesen Gemeinschaften befasst.
Trotz dieser Schritte bleibt die Lage prekär. Die Gedenkveranstaltungen in dieser Woche unterstreichen die Dringlichkeit, die Gewalt gegen indigene Völker zu stoppen und die Aufklärung der zahlreichen ungelösten Fälle voranzutreiben. Die Bewegung für vermisste und ermordete indigene Menschen (MMIP) fordert weiterhin mehr Aufmerksamkeit und konkrete Lösungen. Während die Behörden ihre Bemühungen verstärken, bleibt die Trauer der Angehörigen allgegenwärtig. Die Fälle von Jamian Reval, Destiny Jeriann Whiteman und Kaysera Stops Pretty Places stehen stellvertretend für ein strukturelles Problem, das dringend angegangen werden muss.
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