09 May 2026, 14:17

Gedenken in Halle eskaliert: Rechtsextreme provozieren mit russischen Symbolen am Befreiungstag

Schwarzes und weißes Plakat, das das 25-jährige Jubiläum der Sowjetunion feiert, zeigt eine Gruppe mit einer Fahne umgeben von Text und Blättern.

Gedenken in Halle eskaliert: Rechtsextreme provozieren mit russischen Symbolen am Befreiungstag

Gedenken an Halle (Saales) Befreiung eskaliert: „Halle-Bewegung“ provoziert mit russischen Symbolen

Die Feierlichkeiten zum 81. Jahrestag der Befreiung Halle (Saales) nahmen eine brisante Wendung, als die als rechtsextrem eingestufte „Halle-Bewegung“ mit russischen Flaggen und Symbolen auftauchte. Ihre Präsenz löste Empörung aus – Kritiker warfen der Gruppe vor, rechtsextremes Gedankengut zu verbreiten und Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine zu unterstützen. Was als würdiges Gedenken an Widerstandskämpfer geplant war, wurde so zum politischen Zankapfel.

Besonders emotional gestaltete sich die Gedenkveranstaltung auf dem Südfriedhof, wo 977 sowjetische Bürger bestattet liegen. Gisela Döring von der VVN-BdA ehrte deutsche Widerstandskämpfer, die sich gegen den faschistischen Terror und Deportationen auflehnten. Doch die „Halle-Bewegung“ trübte die Stimmung: Ihre Inszenierung mit russischer Symbolik empörte viele Teilnehmer.

Stellvertretende Bürgermeisterin Dr. Judith Marquardt niederlegte im Namen von Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt einen Kranz und betonte, der 8. Mai bleibe ein zentraler Gedenktag in Halles Erinnerungskultur. Lukas Wanke (VVN-BdA) verwies später darauf, dass die historische Leistung der Roten Armee nicht als Rechtfertigung für heutige Verbrechen dienen dürfe – etwa Russlands völkerrechtswidrigen Überfall auf die Ukraine. Die Kundgebung sei ein politisches Signal gegen den Aufstieg rechtsextremer Kräfte gewesen.

Eric Stehr, stellvertretender Landesvorsitzender der Linken in Sachsen-Anhalt, warnte davor, angesichts von Faschismus – ob historisch oder in neuer Gestalt – neutral zu bleiben. Tatsächlich war Halle 1945 nicht von der Roten Armee, sondern von der US-amerikanischen 104. Infanteriedivision befreit worden – ein Fakt, den einige Teilnehmer in der Debatte betonten.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Veranstaltung endete mit tiefen Gräben. Veranstalter und Redner bekräftigten ihre Ablehnung rechtsextremer Ideologien und des russischen Krieges. Die Eskalation wirft nun die Frage auf, wie Halle künftige Jahrestage gestalten wird – zwischen historischem Gedenken und politischer Instrumentalisierung.

Quelle