08 January 2026, 10:18

GDL und Deutsche Bahn starten Tarifpoker mit 8-Prozent-Forderung und Friedenspflicht

Ein Zug steht in der Mitte auf den Schienen mit Gras darunter und einer Decke mit Stangen darüber.

Verhandlungen zwischen Bahn und GDL über Lohnforderungen - kein Streik bis Ende Februar - GDL und Deutsche Bahn starten Tarifpoker mit 8-Prozent-Forderung und Friedenspflicht

Tarifverhandlungen zwischen Deutscher Bahn und GDL starten in Berlin

Die Lohnverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) haben am Donnerstag am Berliner Hauptbahnhof begonnen. Es handelt sich um die erste Runde unter der Führung des neuen GDL-Vorsitzenden Mario Reiß, der den langjährigen Chef Claus Weselsky abgelöst hat. Beide Seiten haben sich auf eine zweimonatige Friedenspflicht geeinigt – damit sind bis mindestens Ende Februar keine Streiks und Reisebehinderungen für Fahrgäste zu erwarten.

Die GDL fordert eine Erhöhung der Bezüge um insgesamt 8 Prozent über zwölf Monate, darunter 3,8 Prozent mehr Grundlohn, eine Anhebung der Zulagen um 8 Prozent sowie bessere Vergütungen für Ausbilder und Prüfer. Zudem verlangt die Gewerkschaft verbesserte Erstattungen für Reisekosten und höhere Wohnzuschüsse. Reiß begründete die Forderungen als notwendig, um den Beruf des Eisenbahners attraktiver zu machen, und versprach den Beschäftigten "finanzielle Sicherheit, Wertschätzung und eine nachhaltige Perspektive bis in den Ruhestand".

Bis zum Ablauf der Frist sind vierzehn Verhandlungsrunden geplant. Die GDL vertritt rund 10.000 Mitarbeiter – etwa 5 Prozent der Belegschaft der Deutschen Bahn –, während der Großteil der Beschäftigten unter den Tarifvertrag der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) fällt.

Martin Seiler, Personalvorstand der Deutschen Bahn, zeigte sich kooperativ und betonte das gemeinsame Ziel, "die Bahn besser zu machen". Die Gespräche folgen einem klaren Zeitplan; beide Seiten streben an, während der Verhandlungsphase Arbeitskämpfe zu vermeiden.

Die Verhandlungen laufen noch bis Ende Februar unter der vereinbarten Friedenspflicht. Bei einer Einigung könnte dies die Arbeitsbedingungen und Bezahlung von Tausenden Bahnmitarbeitern grundlegend verbessern. Scheitern die Gespräche, drohen nach Ablauf der Frist erneute Tarifkonflikte und mögliche Streiks.