06 April 2026, 20:13

GDL-Chef Reißen wirft der Deutschen Bahn "Geldwäschemaschine" vor und fordert radikale Reformen

Anzeige für einen Zug mit einem Zugbild, Text 'Dresdner Transport & Lagerhaus-Akt-Ges' und Gebäuden im Hintergrund.

GDL-Chef Reißen wirft der Deutschen Bahn "Geldwäschemaschine" vor und fordert radikale Reformen

Die Deutsche Bahn (DB) steht wegen ihrer Finanzpraktiken und Führungsentscheidungen massiv in der Kritik. Mario Reißen, Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), bezeichnete die komplexen Strukturen des Konzerns als eine "Geldwäschemaschine". Seine Äußerungen fallen in eine Phase umfassender Umstrukturierungsmaßnahmen unter der Führung von DB-Vorstandschefin Evelyn Palla.

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Reißen äußerte tiefgreifende Bedenken hinsichtlich der internen Abläufe der Bahn. Er warf dem Unternehmen vor, durch die Gründung hunderter Tochtergesellschaften – einst über 1.000, mittlerweile auf knapp unter 600 reduziert – Finanzströme bewusst zu verschleiern. Durch interne Abrechnungen eigener Dienstleistungen habe die DB laut Reißen auf fragwürdige Weise Steuergelder abgerufen.

Der Gewerkschaftsführer hinterfragte zudem aktuelle Personalentscheidungen in der Führungsetage. Besonders kritisierte er die Berufung von Karin Dohm zur Finanzvorständin, die er für die Position als unqualifiziert bezeichnete. Ihre Ernennung berge das Risiko weiterer Kontroversen und unnötiger Belastungen für die Steuerzahler, so Reißen.

Trotz seiner Vorbehalte räumte er Fortschritte unter Pallas Führung ein. Er begrüßte insbesondere ihre Entscheidung, die Zahl der Top-Manager um die Hälfte zu reduzieren sowie sowohl Dohm als auch die ehemalige Vorständin Sigrid Nikutta zu entlassen. Diese Schritte, so Reißen, könnten die Betriebsergebnisse der DB und die Produktivität im Fernverkehr verbessern.

Gleichzeitig forderte er von Palla mehr Entschlossenheit statt bloßer Ankündigungen. Zwar erwarte er positive Veränderungen durch ihren Kurs, doch betonte er, dass nur konsequentes Handeln zu einer wirksamen Unternehmensführung führe.

Reißens Kritik erhöht den Druck auf die Bahn, ihre Finanzstrukturen zu vereinfachen und die Kontrolle zu stärken. Die laufende Umstrukturierung wird voraussichtlich weiter unter der Lupe stehen, während Palla ihre Reformen vorantreibt. Ob sich dadurch langfristig mehr Effizienz und Transparenz bei der DB durchsetzen, bleibt abzuwarten.

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