Führungswechsel im belarussischen Gefängnis Nr. 4 nach mysteriöser Abberufung
Lukas BraunFührungswechsel im belarussischen Gefängnis Nr. 4 nach mysteriöser Abberufung
Der Leiter des Gefängnisses Nr. 4 in Mahiljou, Sergei Sucharau, ist von seinem Posten abberufen worden. Als Nachfolger wurde der 40-jährige Oberstleutnant Sergei Taranenko ernannt. In der Haftanstalt sind sowohl Untersuchungshäftlinge als auch Wiederholungstäter inhaftiert, darunter auch politische Gefangene.
Sergei Sucharau hatte das Gefängnis Nr. 4 seit 2022 oder 2023 geleitet. Seine Entlassung erfolgt nach Jahren der Aufsicht über die Einrichtung, zu der ein Untersuchungshaftzentrum und ein Bereich für Rückfalltäter gehören. Zu den dort früher Inhaftierten zählte der politische Gefangene Dmitry Dudko aus Smarhon.
Dudko war Ende 2021 in die Strafkolonie Nr. 43 verlegt worden. Tragischerweise nahm er sich nur eine Woche nach seiner Ankunft das Leben. Dieselbe Strafkolonie Nr. 43 steht seit 2017 unter der Leitung von Sergei Taranenko.
Nun wechselt Taranenko an die Spitze des Gefängnisses Nr. 4 in Mahiljou und bringt seine Erfahrungen aus der Strafkolonie mit. Der Führungswechsel markiert eine neue Phase für die Haftanstalt, in der politische Gefangene und Wiederholungstäter untergebracht sind. Taranenkos Hintergrund in der Leitung der Strafkolonie Nr. 43 wird seine Herangehensweise an die neue Aufgabe prägen. Die Gründe für Sucharaus Abberufung wurden nicht öffentlich bekannt gegeben.






