31 January 2026, 16:28

Friedliche Gegenproteste in Magdeburg gegen rechtsextreme Compact-Veranstaltung

Eine Gruppe von Menschen hält Schilder und Plakate vor einem Gebäude, mit zwei Personen im Vordergrund und einem Müllcontainer auf der rechten Seite, während einer Demonstration in Deutschland, mit Gebäuden, Fenstern, Lichtern und Schildern im Hintergrund.

Demonstration gegen das 'Compact'-Magazin-Event - Friedliche Gegenproteste in Magdeburg gegen rechtsextreme Compact-Veranstaltung

In Magdeburg findet eine Gegenkundgebung gegen eine rechtsextreme Veranstaltung des Magazins Compact statt. Die Versammlung des 1. FC Magdeburg verläuft bisher friedlich, allerdings gibt es noch keine offiziellen Angaben zur Teilnehmerzahl. Die Organisatoren betonen, sie stünden für Toleranz, Solidarität und Demokratie im Magdeburger Stadtteil Sudenburg ein.

Die Proteste richten sich gegen eine Jubiläumsfeier zum 15-jährigen Bestehen von Compact, das seit 2021 vom deutschen Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft wird. Zu der Veranstaltung werden prominente Gäste erwartet, darunter Chefredakteur Jürgen Elsässer und der AfD-Politiker Björn Höcke.

Die Gegenprotestierenden haben den Slogan "Jürgen und Björn – wir machen euch die Party kaputt!" geprägt. Ihr Ziel ist es, die Compact-Feier zu stören, die in diesem Jahr fast abgesagt worden wäre. 2024 hatte das Innenministerium das Magazin zunächst verboten, die Entscheidung wurde jedoch später zurückgenommen.

Compact steht seit Jahren in der Kritik. Der Verfassungsschutz stufte das Blatt 2021 offiziell als rechtsextremsitische Organisation ein. Trotz dieser Einordnung organisiert das Magazin weiterhin öffentliche Veranstaltungen, die sowohl Anhänger als auch Widerstand auf den Plan rufen.

Eine ähnliche Gegenkundgebung gab es im August 2025 in Stößen, an der etwa 50 Menschen teilnahmen. Für die aktuelle Veranstaltung in Magdeburg liegen noch keine offiziellen Teilnehmerzahlen vor, doch die Organisatoren unterstreichen ihren Einsatz für gewaltfreien Widerstand gegen extremistisches Gedankengut.

Unterdessen melden Behörden aus Österreich einen Anstieg rechtsextremer Aktivitäten. 2024 stiegen die erfassten Straftaten im Zusammenhang mit solchen Gruppen um 23 Prozent – von 1.208 auf 1.486 Fälle. Als Grund nennen die Ermittler eine neue Generation von Neonazis, die vor allem online und in urbanen Räumen wie Wien aktiv sind. Begriffe wie "Remigration" hätten demnach über Medien und soziale Plattformen an Verbreitung gewonnen.

Die Gegenkundgebung in Magdeburg verläuft weiterhin ohne Zwischenfälle und konzentriert sich auf die Ablehnung rechtsextremer Ideologien. Die Organisatoren bekräftigen ihr Bekenntnis zu demokratischen Werten und gewaltfreiem Protest. Die Veranstaltung verdeutlicht die anhaltenden Spannungen zwischen extremistischen Gruppen und denen, die sich ihrem Einfluss entgegenstellen.