Allein auf Armee-Betten: Obdachlose suchen Zuflucht in der Kirche - Frankfurts Kirche wird im Winter zur Rettung für obdachlose Männer
Kirche im Frankfurter Bahnhofsviertel bietet Obdachlosen Schutz vor der Winterkälte
In der Frankfurter Innenstadt, im Bezirk Bahnhofsviertel, öffnet eine Kirche in den kalten Wintermonaten ihre Türen für obdachlose Männer. Von Oktober bis März finden bis zu 47 Menschen jede Nacht ein warmes Quartier zum Schlafen, erhalten Tee und Decken. Doch der Bedarf bleibt hoch – viele kämpfen weiterhin um eine feste Wohnung oder Arbeit.
Mitte Januar zählte Frankfurt fast 300 Obdachlose, davon 66, die auf der Straße übernachten mussten. Für manche ist die nächtliche Notunterkunft der Kirche zu einer überlebenswichtigen Anlaufstelle geworden. Meist ist die Einrichtung bis an ihre Kapazitätsgrenze ausgelastet, doch aktuell stehen die Plätze nur Männern offen – Frauen haben Zugang zu separaten Angeboten.
Unter den Hilfesuchenden ist auch Robi, ein 23-jähriger Rumäne, der seine Familie vermisst und auf einen Job hofft, um der Obdachlosigkeit zu entkommen. Ein weiterer Gast ist Fortes Erikson, 34, ursprünglich aus Kap Verde, der ebenfalls in der Kirche unterkommt, während er nach Arbeit sucht. Ohne feste Adresse oder Einkommen gestaltet sich die Suche nach einer Wohnung oder sozialer Unterstützung noch schwieriger. Für viele führt Obdachlosigkeit zu weiteren Problemen – etwa Drogenabhängigkeit –, die ihre Notlage noch verschärfen.
Die kirchliche Notunterkunft bietet zwar vorübergehende Linderung, doch langfristige Lösungen bleiben für die meisten in weiter Ferne. Ohne stabile Wohnverhältnisse oder Arbeit sehen sich Menschen wie Robi und Fortes weiterhin einer ungewissen Zukunft gegenüber. Mit sinkenden Temperaturen steigt der Bedarf an Unterstützung weiter an.