Falkenberg verlässt Brandenburgs erste Amtsgemeinde – ein Modell gerät ins Wanken
Lukas BraunMinister mahnt Gemeinden zu mehr freiwilligen Fusionen - Falkenberg verlässt Brandenburgs erste Amtsgemeinde – ein Modell gerät ins Wanken
Brandenburgs einzige Amtsgemeinde wird schrumpfen: Falkenberg steigt im Herbst 2025 aus
Sechs Jahre nach Einführung des Modells im Landkreis Elbe-Elster steht nun der Austritt Falkenbergs an – und damit die erste Abkehr von der kollektiven Kommunalstruktur. Innenminister Michael Wilke (SPD) schließt unterdessen eine erneute großflächige Gebietsreform aus, setzt aber auf alternative Wege, um die Kommunalverwaltung effizienter zu gestalten.
Die Amtsgemeinde in Elbe-Elster war 2019 als Pilotprojekt entstanden, als sich vier Kommunen zusammenschlossen, um Kosten und Verwaltung zu teilen. Seitdem gab es keine weiteren Fusionen dieser Art – bis 2024. Zum 1. Januar schlossen sich sechs Städte und Gemeinden im Havelland zur neuen Amtsgemeinde Beetzsee zusammen, während fünf weitere in der Uckermark die Amtsgemeinde Gerswalde bildeten. Doch Falkenbergs geplanter Ausstieg markiert nun den ersten Rückzug aus dem System.
Wilke betonte, dass Brandenburg nicht an die umfassende Reform von 2003 anknüpfen werde, durch die die Zahl der Kommunen von 1.479 auf 422 reduziert worden war. Stattdessen wirbt er für freiwillige Zusammenschlüsse, gemeinsame Verwaltungsdienste oder weitere Amtsgemeinden. Sein Kurs folgt Warnungen, wonach viele Kommunalverwaltungen in den kommenden Jahren bis zu zehn Prozent ihrer Stellen nicht besetzen können.
Den Austritt Falkenbergs wertet der Minister nicht als Rückschlag für das Modell. Vielmehr plädiert er dafür, dass Kommunen flexible Lösungen finden müssen, um Leistungen aufrechtzuerhalten – ohne Zwangsstrukturen. Nach Falkenbergs Ausstieg verbleiben in Brandenburg zwei Amtsgemeinden: die bestehende in Elbe-Elster sowie die neu gegründeten Verbünde im Havelland und in der Uckermark.
Wilkes Fokus liegt weiterhin auf freiwilliger Zusammenarbeit statt auf staatlich verordneten Reformen. Die Kommunen stehen nun vor der Herausforderung, Effizienz und knappe Ressourcen in Einklang zu bringen.