31 March 2026, 12:21

EZB kämpft 2026 mit Rekord-Ölpreisen und drohender Inflationswelle nach Nahost-Krise

Europäische Zentralbank-Hauptquartier in Frankfurt, Deutschland bei Nacht mit beleuchteten Gebäuden, Bäumen, Straßenlaternen, Lichtern und Fußgängern unter einem bewölkten Himmel.

EZB kämpft 2026 mit Rekord-Ölpreisen und drohender Inflationswelle nach Nahost-Krise

Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht sich Anfang 2026 neuen wirtschaftlichen Herausforderungen gegenüber, nachdem die Ölpreise stark angestiegen sind. Der Preisschub folgt auf den US-Israel-Iran-Konflikt, der Ende Februar eskalierte und den Preis für Brent-Rohöl im März von 75 auf 115 Dollar pro Barrel hochschnellen ließ. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat nun eine dreigliedrige Strategie vorgestellt, um die Folgen der steigenden Energiepreise und Inflationsdrucks zu bewältigen.

Die Ölpreise sind seit der letzten EZB-Prognose im März um fast 50 Prozent gestiegen und erreichten im jüngsten Handel 107,36 Dollar. Dieser starke Anstieg, ausgelöst durch den Iran-Krieg, trieb die Inflation in Deutschland im März auf 2,7 Prozent – nach 1,9 Prozent im Februar. Hauptgrund ist ein Anstieg der Energiepreise um 7,2 Prozent. Die aktuellen Preise entsprechen weitgehend dem negativen Wirtschaftsszenario der EZB, das für den Rest des Jahres 2026 mit stagnierendem Wachstum im Euroraum rechnet, bevor sich eine langsame Erholung abzeichnet.

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Die Basisszenarien der EZB gehen davon aus, dass die Leitzinsen in der Nähe des aktuellen Niveaus von 2 Prozent bleiben. Lagardes Strategie umfasst jedoch drei zentrale Maßnahmen: Erstens wird die Bank kurzfristige Energieschocks ignorieren, sofern sie vorübergehend sind. Zweitens wird sie die Geldpolitik anpassen, falls die Inflation ihr Ziel überschreitet, aber nur vorübergehend bleibt. Drittens sind stärkere Maßnahmen vorgesehen, sollte die Inflation dauerhaft vom Ziel abweichen.

Auch die bevorstehenden globalen Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) deuten auf höhere Preise und schwächeres Wachstum hin. Das extreme Szenario der EZB sagt zudem eine leichte Rezession und anhaltende Inflation – sowohl bei der Gesamt- als auch bei der Kernrate – über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren voraus. Die aktuelle Krise reiht sich in frühere Störungen ein, darunter die Angriffe der Huthi-Rebellen auf die Schifffahrt im Suezkanal Ende 2023, die dauerhaft die Hälfte des Verkehrs umleiteten.

Angesichts der nahe an Rekordwerten liegenden Ölpreise steht die EZB nun vor einem schwierigen Balanceakt. Mit steigender Inflation und gefährdetem Wachstum werden ihre nächsten Schritte davon abhängen, ob die Preisdrucke vorübergehend oder von Dauer sind. Das negative Szenario der Bank lässt auf eine schwierige Zeit schließen, in der Stagnation und Inflation die geldpolitischen Entscheidungen in den kommenden Monaten prägen dürften.

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