15 January 2026, 15:03

„Extrawurst“: Ein Tennisclub-Krach über Grillfleisch und gesellschaftliche Gräben

Schwarzes und weißes Portr├Ąt von Johann Wilhelm Klein, Direktor des Instituts f├╝r Blinde in Wien, der einen weißen Hemdkragen und einen ernsten Gesichtsausdruck hat, mit deutschem Text unten.

Schauspieler spricht ├╝ber allt├Ąglichen Rassismus - „Extrawurst“: Ein Tennisclub-Krach über Grillfleisch und gesellschaftliche Gräben

"Extrawurst" kommt am 15. Januar ins Kino – ein chaotisches Tennisclub-Drama mit Tiefgang

Am 15. Januar feiert die deutsche Komödie Extrawurst Premiere in den Kinos und bringt eine turbulente Tennisclub-Geschichte auf die Leinwand. Basierend auf dem gleichnamigen, erfolgreichen Bühnenstück dreht sich der Film um eine Gruppe skurriler Mitglieder, die sich im Streit um ein Sommerfest gegenüberstehen. Mit dabei sind Christoph Maria Herbst, Hape Kerkeling und Fahri Yardım, der in einem aktuellen Interview auch seine Haltung zu Cancel Culture und Alltagsrassismus schildert.

Die Handlung spielt in einem Tennisverein, wo ein scheinbar harmloser Vorschlag für Zündstoff sorgt: Soll für Erol, das einzige muslimische Mitglied, ein separater Grill aufgestellt werden? Was als kleine Meinungsverschiedenheit beginnt, eskaliert schnell zu einer erbitterten Debatte über Identität, Tradition und gesellschaftliche Gräben. Der Konflikt gefährdet nicht nur das Fest, sondern das Überleben des gesamten Clubs.

Hape Kerkeling verkörpert Heribert, den unnachgiebigen Vereinsvorsitzenden, während Fahri Yardım in die Rolle des Erol schlüpft. Yardım, bekannt aus Produktionen wie Das Boot, Dogs of Berlin und Tribes of Europa, sagt, er finde in jeder Figur, die er spielt, auch ein Stück von sich selbst. In diesem Film identifiziert er sich besonders mit Erols Kämpfen – sowohl in den hitzigen Diskussionen als auch im Umgang mit Alltagsrassismus. Offener spricht Yardım darüber, wie er mit Vorurteilen umgeht: Manche Kränkungen ignoriert er bewusst, Beleidigungen betrachtet er als Spiegel der Probleme des Gegenübers. Den Begriff "cancel culture" hinterfragt er – oft werde er von denen instrumentalisiert, die sich gegen gesellschaftlichen Fortschritt stemmen. Trotz seiner türkischen Wurzeln scherzt er, er ziehe eigentlich Sucuk der bayerischen Weißwurst vor – auch wenn er seit einiger Zeit vegetarisch lebt.

Extrawurst kommt als scharfsinnige, satirische Abrechnung mit modernen Konflikten in kleinen Gemeinschaften ins Kino. Die Mischung aus Humor und gesellschaftskritischem Unterton spiegelt reale Spannungen wider, während Yardıms persönliche Perspektiven den Themen zusätzliche Tiefe verleihen. Ob die Komödie trifft, können die Zuschauer ab dem 15. Januar selbst entscheiden.