Ex-Diplomaten fordern transatlantische Neuausrichtung nach US-Wahl 2028
Lukas BraunEx-Diplomaten fordern transatlantische Neuausrichtung nach US-Wahl 2028
Zwei ehemalige Diplomaten haben zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen Europa und den USA unter einer künftigen demokratischen Führung aufgerufen. Christoph Heusgen und Philip Murphy, beide ehemalige Berater, warnen, dass die aktuelle Politik die transatlantischen Beziehungen gefährdet. Ihr Appell kommt zu einer Zeit, in der sie politische Verschiebungen in den USA nach den Midterm-Wahlen 2022 und darüber hinaus vorhersagen.
Heusgen und Murphy kritisieren den damaligen US-Präsidenten Donald Trump dafür, Europa eher als Gegner denn als Verbündeten behandelt zu haben. Sie argumentieren, sein Kurs habe Zweifel an der langfristigen Bindung der USA an die NATO geweckt. Zudem heben die beiden die Besorgnis über Trumps Versuche hervor, die Gewaltenteilung auszuhebeln – etwa durch Druck auf die Justiz und Bemühungen, den Kongress zu umgehen.
In einem aktuellen Vorschlag schlagen die beiden vor, Deutschland solle sich für einen halbpermanenten Sitz im UN-Sicherheitsrat einsetzen. Dies würde ihrer Meinung nach die Stimme Europas in globalen Fragen stärken. Ihre Strategie baut auf einem Wiederaufstieg der Demokraten in der US-Politik auf, wobei sie erwarten, dass die Partei bei den Midterm-Wahlen 2022 die Mehrheit im Repräsentantenhaus – und möglicherweise auch im Senat – zurückerobern wird.
Mit Blick auf die weitere Zukunft sagen sie voraus, dass ein demokratischer Präsident ab 2028 das Vertrauen in das transatlantische Bündnis wiederherstellen könnte. Ein solcher Amtsinhaber, so ihre Argumentation, würde voraussichtlich fairere Handelsbeziehungen mit der EU anstreben und die Achtung des Völkerrechts erneuern. Die Diplomaten betonen, dass sowohl die USA als auch Europa am meisten profitieren, wenn sie gemeinsame rechtliche Rahmenbedingungen einhalten, statt einseitig zu handeln.
Die ehemaligen Berater sehen in einem politischen Linksruck in den USA den Schlüssel zur Wiederbelebung der Zusammenarbeit mit Europa. Ihre vorgeschlagenen Reformen, darunter eine stärkere Rolle Deutschlands in den Vereinten Nationen, hängen von einem Führungswechsel in den USA ab. Ohne diesen, warnen sie, könnte die aktuelle Belastung der transatlantischen Beziehungen anhalten.






