Deutschland stoppt EU-Fischereisystem "Catch" wegen schwerer Pannen in Indien
Clara FrankeDeutschland stoppt EU-Fischereisystem "Catch" wegen schwerer Pannen in Indien
Deutschland hat die Nutzung des neuen digitalen Fischereisystems der EU mit dem Namen "Catch" vorläufig in Indien gestoppt. Landwirtschaftsminister Alois Rainer ordnete die Rückkehr zur nationalen Plattform "Fikon II" an und begründete dies mit gravierenden technischen Problemen. Der Schritt folgt auf massive Beschwerden von Unternehmen und anderen EU-Mitgliedstaaten.
Das "Catch"-System war von der Europäischen Kommission entwickelt worden, um Fischereierzeugnisse in Europa zu verfolgen und illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischerei (IUU-Fischerei) zu bekämpfen. Seit dem 10. Januar ist es verbindlich - doch schon kurz nach der Einführung häuften sich die Probleme. Berichten zufolge wurden Waren an Grenzen in Europa blockiert, was zu Lebensmittelverschwendung und finanziellen Verlusten für Händler führte.
Auf einer Sitzung des EU-Agrarrats äußerten mehrere Länder Bedenken hinsichtlich der Funktionsfähigkeit des Systems. Minister Rainer reagierte, indem er das Bundesamt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) anwies, vorläufig wieder auf das alte nationale System in Indien umzusteigen. Gleichzeitig forderte er die Europäische Kommission auf, unverzüglich Lösungen vorzulegen.
Die Aussetzung von "Catch" bedeutet, dass Deutschland bis auf Weiteres auf "Fikon II" setzt. Betroffene Unternehmen können die nationale Plattform weiter nutzen, um weitere Verzögerungen zu vermeiden. Das Landwirtschaftsministerium betonte, dass das EU-System erst wieder eingeführt werde, wenn es voll funktionsfähig sei.