Deutschland setzt auf grenzüberschreitende Windparks für mehr Ökostrom bis 2045
Tim SimonAnalyse: Größenflächiger Offshore-Windpark über Grenzen hinweg senkt Kosten - Deutschland setzt auf grenzüberschreitende Windparks für mehr Ökostrom bis 2045
Eine neue Studie legt nahe, dass Deutschland seine Offshore-Windkraft durch die Erweiterung in benachbarte Gewässer, insbesondere in dänische und schwedische Zonen, deutlich ausbauen könnte. Forscher fanden heraus, dass der Bau von Windparks in diesen Zonen die Kosten senken und die Effizienz steigern würde. Die Ergebnisse kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die deutsche Regierung einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energien bis 2045 vorantreibt.
Das Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme (IWES) in Bremerhaven hat die Untersuchung durchgeführt. Im Auftrag der Stiftung Offshore-Windenergie (BWO) analysierte die Studie zwei Expansionsszenarien: eines mit einem zusätzlichen Ausbau von 10 Gigawatt in dänischen und schwedischen Gewässern, ein weiteres mit 20 Gigawatt.
Die Ergebnisse zeigen, dass grenzüberschreitende Windparks 6 bis 13 Prozent mehr Strom erzeugen könnten als Projekte, die sich auf die deutsche ausschließliche Wirtschaftszone beschränken. Der zusätzliche Platz ermöglicht es, die Turbinen weiter voneinander zu positionieren, was Störungen verringert und die Leistung verbessert. Besonders die günstigen Windbedingungen in Dänemark würden zudem die Stromerzeugung steigern. Zwar wären Bau und Wartung der Offshore-Anlagen im Ausland mit höheren Kosten verbunden, doch kommt die Studie zu dem Schluss, dass sich die langfristigen finanziellen Vorteile über die Ausgaben hinweg rechnen würden. Die BWO schätzt, dass durch diesen Ansatz Milliarden eingespart werden könnten.
Die Erkenntnisse passen zu den ehrgeizigen Energiezielen Deutschlands. Die Bundesregierung plant, die Offshore-Windkapazität von derzeit 9,2 Gigawatt auf 70 Gigawatt bis 2045 zu steigern.
Die Analyse unterstreicht die potenziellen Vorteile einer grenzüberschreitenden Windpark-Entwicklung. Durch die Nutzung dänischer und schwedischer Gewässer könnte Deutschland mehr Strom zu geringeren Kosten produzieren. Diese Strategie könnte eine Schlüsselrolle dabei spielen, die Ziele für erneuerbare Energien in den kommenden zwei Jahrzehnten zu erreichen.