06 February 2026, 12:31

Deutschland schiebt Straftäter erstmals seit Jahren wieder nach Syrien ab

Ein Plakat mit einer Karte von Syrien, das die Anzahl der Menschen hervorhebt, die vor innerer Gewalt fliehen, begleitet von Text und Grafiken, die weitere Informationen zur Situation liefern.

Straftäter-Ausländer: Lorek fordert Druck auf Heimatländer - Deutschland schiebt Straftäter erstmals seit Jahren wieder nach Syrien ab

Deutschland hat nach langer Pause aufgrund des Bürgerkriegs die Abschiebung nach Syrien wieder aufgenommen. Die Änderung der Politik erfolgte im Dezember 2024, nachdem das Regime von Baschar al-Assad zusammengebrochen war. Seither haben die Behörden mehrere verurteilte Straftäter und Sicherheitsrisiken aus dem Land gebracht.

Abschiebungen nach Syrien waren erstmals 2011 ausgesetzt worden, als der Konflikt im gesamten Land eskalierte. Das Verbot blieb über ein Jahrzehnt in Kraft, wobei in diesem Zeitraum nur ein Krimineller abgeschoben wurde. Im Dezember 2024 kündigte die Bundesregierung die Wiederaufnahme der Rückführungen an und verwies dabei auf verbesserte Sicherheitsbedingungen.

Zwischen Dezember 2025 und Januar 2026 führte die Bundespolizei drei Abschiebungen über Linienflüge durch. Betroffen waren verurteilte Straftäter sowie Personen, die als hochgefährlich eingestuft wurden. Insgesamt wurden seit der Wiedereinführung der Regelung vier Kriminelle nach Syrien zurückgeführt.

In Baden-Württemberg bearbeitet eine spezielle Taskforce nahezu 900 Fälle mit gefährlichen ausländischen Staatsbürgern. Die Einheit ist seit acht Jahren aktiv und hat in dieser Zeit 618 Straftäter abgeschoben. Kürzlich wurden 585 Personen ausgewiesen und die Identitäten von 341 Verdächtigen überprüft. Derzeit befinden sich 33 syrische Straftäter mit Abschiebebescheid in Gewahrsam des Landes, einige von ihnen sitzen noch in Haft.

Die Wiederaufnahme der Abschiebungen markiert einen Wandel im Umgang Deutschlands mit ausländischen Straftätern. Die Taskforce in Baden-Württemberg setzt die Bearbeitung der Fälle fort – Hunderte wurden bereits ausgewiesen oder identifiziert. Mit der Umsetzung der aktualisierten Politik sind weitere Rückführungen zu erwarten.