Deutsche Industrie im Umbruch: Warum die Autohersteller den Anschluss verlieren
Lukas BraunDeutsche Industrie im Umbruch: Warum die Autohersteller den Anschluss verlieren
Die deutsche Industrie durchläuft einen rasanten Wandel – die meisten Branchen konzentrieren sich mittlerweile auf hochwertige Wachstumsprodukte. Aktuelle Studien des ifo Instituts, des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (IW) und der Bertelsmann Stiftung zeigen, dass diese Umstellung erfolgreich verläuft. Doch die Automobilbranche bleibt eine markante Ausnahme: Sie kämpft mit sinkenden Exporten und verschärfter Konkurrenz.
In den vergangenen fünf Jahren stammten 76 Prozent der Bruttowertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe aus Sektoren mit steigender Nachfrage. Selbst in schwierigen Bereichen wie der Metallverarbeitung oder der Chemie dominieren mittlerweile wachstumsstarke Segmente. Forscher bewerten diese Entwicklungen als "absolut positive Signale" für die deutsche Industrie.
Ein Erfolgsmodell sieht vor, Produkte in Deutschland zu entwickeln, die Produktion jedoch ins Ausland zu verlagern. Dieser Ansatz hat sich für viele Unternehmen bewährt – doch die Autoindustrie hinkt hinterher. Deutsche Hersteller verloren in China Marktanteile: von rund 20 Prozent im Jahr 2020 auf voraussichtlich nur noch 15 bis 17 Prozent bis 2026.
Hauptgrund für den Rückgang ist die wachsende Konkurrenz durch chinesische E-Auto-Marken wie BYD, NIO und XPeng. Zudem begünstigen protektionistische Maßnahmen in China heimische Hersteller, während deutsche Autokonzerne langsamer auf Elektromobilität umstellen. Die Folge: Die Exporte nach China halbierten sich, und der Druck auf die Branche wächst.
Forscher fordern die Politik nun auf, Innovation zu fördern statt veraltete Strukturen zu schützen. Ein Festhalten an alten Modellen könnte den Fortschritt in einer ansonsten dynamischen Industrielandschaft bremsen. Die Studien widerlegen dabei Befürchtungen einer Deindustrialisierung und verweisen auf breite Erfolge in den meisten Sektoren. Doch die Probleme der Autoindustrie unterstreichen die Dringlichkeit schnellerer Anpassungen. Ohne Kurswechsel droht ein weiterer Bedeutungsverlust in Schlüsselmärkten wie China.






