29 December 2025, 22:27

Deutsche Bahn investiert 23 Milliarden – kann das die Verspätungsmisere beenden?

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Deutsche Bahn investiert 23 Milliarden – kann das die Verspätungsmisere beenden?

Deutschlands Bahnnetz steht vor großen Modernisierungen nach Jahren der Verspätungen

Die Deutsche Bahn (DB) hat Pläne bekannt gegeben, bis 2030 über 23 Milliarden Euro in die Modernisierung ihrer Infrastruktur zu investieren. Die Maßnahme folgt auf anhaltende Pünktlichkeitsprobleme – im Dezember 2025 fuhren Fernzüge nur zu 75 Prozent planmäßig.

Unterdessen verzeichneten die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) eine deutlich bessere Leistung: 2024 erreichten sie eine Pünktlichkeitsquote von 93,2 Prozent.

Die Verspätungsprobleme der Deutschen Bahn haben scharfe Kritik ausgelöst. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder bezeichnete die aktuelle Pünktlichkeitsrate von 60 Prozent als inakzeptabel. 2024 lag der Wert bei knapp 70 Prozent – weit unter den Erwartungen.

Das Unternehmen strebt nun an, die Pünktlichkeit bis 2027 auf 75 bis 80 Prozent zu stabilisieren. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören umfangreiche Sanierungen auf stark frequentierten Strecken wie der Riedbahn, ähnlich den bereits von der SBB in der Schweiz durchgeführten Modernisierungen. Verkehrsexperte Matthias Gastel betonte, dass auch die Einstellung zusätzlichen Personals entscheidend sei, um Verspätungen zu reduzieren.

Langfristig plant die DB, bis Mitte der 2030er-Jahre große Teile des Netzes zu modernisieren. Allein im kommenden Jahr sollen über 23 Milliarden Euro in Gleise, Signalanlagen und Bahnhöfe fließen. Ziel ist es, das deutsche Schienennetz an die Zuverlässigkeit des Schweizer Systems heranzuführen.

Der Erfolg der SBB im Jahr 2024 zeigt, was möglich ist: Die Pünktlichkeitsquote von 93,2 Prozent ist das Ergebnis jahrelanger gezielter Investitionen in Infrastruktur und Instandhaltung. Nun steht die Deutsche Bahn unter Druck, mit ihrem Modernisierungsprogramm ähnliche Ergebnisse zu erzielen.

Die 23-Milliarden-Investition der DB markiert einen entscheidenden Schritt, um die seit Langem bestehenden Verspätungsprobleme zu lösen. Bei Erfolg könnten die Modernisierungen die Pünktlichkeit bis 2027 auf rund 80 Prozent steigern. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob diese Bemühungen an die Leistung des Schweizer Schienennetzes heranreichen.