Deutsche Bahn führt Körperkameras ein – doch die Gewalt gegen Zugbegleiter bleibt
Marie SchulzDeutsche Bahn führt Körperkameras ein – doch die Gewalt gegen Zugbegleiter bleibt
Neue Sicherheitsmaßnahmen im deutschen Schienennetz nach tödlichem Angriff auf Zugbegleiter
Nach einem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter zu Beginn dieses Jahres führt die Deutsche Bahn schrittweise neue Sicherheitsvorkehrungen ein. Dazu gehören Körperkameras für Mitarbeiter und verschärfte Kontrollen von Ausweisdokumenten. Doch die Gewerkschaften fordern weiterhin strengere Schutzmaßnahmen. Die Debatte um die Sicherheit hat mittlerweile auch die Verkehrsminister erreicht, die einige Änderungen unterstützen, andere jedoch ablehnen.
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) fordert seit Langem Zweipersonen-Besetzungen in Zügen, um Zugbegleiter besser zu schützen. EVG-Chef Martin Burkert kritisierte die jüngste Entscheidung der Verkehrsminister scharf und warnte, dass die Gewalt gegen Mitarbeiter ohne wirksamere Schutzmaßnahmen weiter zunehmen könnte. Offizielle Statistiken verzeichnen für das Jahr 2024 bereits 3.324 Angriffe auf Bahnmitarbeiter – das entspricht durchschnittlich etwa acht Vorfällen pro Tag.
Die Verkehrsministerkonferenz lehnte zwar bundesweite Vorgaben zu Personalstärken ab, sprach sich aber für ein Verbot von Waffen und Messern im Personenverkehr aus. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder prüft derzeit die neuen Maßnahmen und will bis Ende April Ergebnisse vorlegen. Zudem steht er mit Behörden in Verhandlungen, um die Überwachung an Bahnhöfen zu verbessern.
Die Deutsche Bahn hat unterdessen ihre Servicekräfte mit Körperkameras ausgestattet und die Identitätsprüfungen verschärft. Während die Verkehrsministerkonferenz diese Schritte begrüßt, lehnt sie verbindliche Personalvorgaben für alle Betreiber ab.
Der Streit um die Sicherheit im Schienenverkehr bleibt damit ungelöst: Die Gewerkschaften bestehen auf verpflichtende Zweipersonen-Besetzungen, die Minister setzen stattdessen auf andere Sicherheitsverbesserungen. Schnieders Prüfung wird zeigen, ob weitere Maßnahmen nötig sind. Die neuen Richtlinien der Deutschen Bahn zielen zwar auf eine Risikoreduzierung ab – doch die Angriffe auf Mitarbeiter bleiben auf hohem Niveau.






