18 March 2026, 00:21

Bundesregierung zögert: Sind die US- und Israel-Angriffe auf den Iran völkerrechtswidrig?

Mindmap mit dem Titel "Auswirkungen der Israel-Lobby außerhalb der USA" mit Zweigen, die nach Regionen und Ländern einschließlich Israel, Palästina und dem Vereinigten Königreich beschriftet sind.

Iran-Krieg: War es nun eine Verletzung internationalen Rechts oder nicht? - Bundesregierung zögert: Sind die US- und Israel-Angriffe auf den Iran völkerrechtswidrig?

Mehr als zwei Wochen nach Beginn der Feindseligkeiten hat sich die deutsche Bundesregierung noch nicht darauf festlegen können, ob die jüngsten US-amerikanischen und israelischen Luftangriffe auf den Iran mit dem Völkerrecht vereinbar sind. Die Verzögerung sorgt für Frustration innerhalb der Koalition – insbesondere bei außenpolitischen Experten der SPD, die der Regierung vorwerfen, eine klare Position zu vermeiden.

Die Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz bezeichnet die Lage weiterhin als "Dilemma" und betont, dass eine abschließende Bewertung die größeren rechtlichen und politischen Zusammenhänge berücksichtigen müsse. Unterdessen wächst die Spannung, da Kritiker vor den Risiken für Deutschlands Glaubwürdigkeit auf der internationalen Bühne warnen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Zögerlichkeit der Bundesregierung resultiert aus einer noch laufenden Prüfung durch das Auswärtige Amt. Zwar räumen Beamte ein, dass die Rechtmäßigkeit der Angriffe bewertet werden müsse, doch eine endgültige Haltung steht noch aus. Diese Unentschlossenheit hat zu einer sichtbaren Spaltung mit der SPD-Bundestagsfraktion geführt, die fordert, Deutschland müsse das Völkerrecht ohne Verzögerung konsequent verteidigen.

Der SPD-Außenexperte Adis Ahmetovic kritisiert den Kurs der Regierung scharf. Er warnt davor, dass innenpolitische Kalküle und die Angst vor Konflikten mit dem US-Präsidenten Deutschlands Haltung nicht bestimmen dürften. Eine kohärente deutsche und europäische Außenpolitik sei entscheidend, um die internationale Unterstützung für die Ukraine aufrechtzuerhalten und die globale Rechtsordnung zu bewahren, betont er.

Die zurückhaltende Rhetorik der Regierung steht im Kontrast zu einer kürzlichen gemeinsamen Erklärung mit Frankreich, Italien, Kanada und Großbritannien. In dieser Erklärung wurde vor einer großangelegten israelischen Bodenoffensive im Libanon gewarnt – mit Verweis auf humanitäre Risiken und die Gefahr einer langwierigen Eskalation. Merz selbst hatte Israels Strategie öffentlich als "Fehler" bezeichnet, doch eine klare völkerrechtliche Bewertung der Luftangriffe blieb die Regierung bisher schuldig.

Innerhalb der SPD heißt es, dass die Weigerung, offensichtliche Verstöße gegen das Völkerrecht zu benennen, Deutschlands Glaubwürdigkeit untergräbt. Die anhaltende Unentschlossenheit könnte die globale Ordnung weiter destabilisieren und Berlins Einfluss in künftigen Konflikten schwächen, warnen die Sozialdemokraten. Die Verzögerung hat zudem die innerkoalitionären Spannungen verschärft, wobei der kleinere Koalitionspartner zunehmend ungeduldiger auf eine klare Linie drängt.

Die endgültige Entscheidung der Regierung zur Rechtmäßigkeit der Angriffe wird ihre künftige Rolle in dem Konflikt prägen. Eine deutliche Positionierung könnte darüber entscheiden, ob sich Deutschland aktiv an Lösungsbemühungen beteiligt – oder riskiert, tiefer in die Krise hineingezogen zu werden.

Bis auf Weiteres läuft die Prüfung durch das Auswärtige Amt weiter. Verbündete wie Kritiker warten gleichermaßen auf eine Antwort, die den diplomatischen Kurs Deutschlands in den kommenden Monaten mitbestimmen wird.

Quelle