Bundesregierung plant Milliarde Euro Kürzung beim Wohngeld – Kritik wächst
Marie SchulzBundesregierung plant Milliarde Euro Kürzung beim Wohngeld – Kritik wächst
Das Bundesbauministerium plant im Rahmen umfassender Haushaltskürzungen die Ausgaben um eine Milliarde Euro zu senken. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) drängt auf die Schließung von Lücken in den Bundesfinanzen, was zu Änderungen bei den Wohngeldrichtlinien zwingt. Die Pläne haben bereits Kritik von Oppositionsparteien und Wohnungsbauverbänden ausgelöst.
Ministerin Verena Hubertz (SPD) strebt an, die Sparziele durch eine Umgestaltung der Wohngeldzahlungen zu erreichen. Eine vorgeschlagene Maßnahme sieht vor, die Schriftformpflicht im Bundesrecht abzuschaffen – ein Schritt, den die Wohnungsbauministerin von Nordrhein-Westfalen, Ina Scharrenbach (CDU), unterstützt. Sie argumentiert, dass die Streichung dieser Regelung ihrem Bundesland jährlich 2,2 Millionen Euro ersparen würde.
Scharrenbach forderte zudem umfassendere Reformen beim Wohngeld, die sich in die Sparbemühungen des Ministeriums einfügen. Doch aus der Opposition kommt scharfe Kritik. Sahra Mirow, wohnungspolitische Sprecherin der Linken, warnte, dass Kürzungen beim Wohngeld mehr Menschen in die Obdachlosigkeit treiben würden.
Die grüne Abgeordnete Mayra Vriesema schlug einen anderen Weg ein. Statt die Leistungen zu kürzen, plädierte sie für strengere Mietpreisbremse, um die Wohnkosten von vornherein zu senken. Ihr Vorschlag steht im Kontrast zur Ausrichtung des Ministeriums, das auf Ausgabenkürzungen statt auf strukturelle Veränderungen am Wohnungsmarkt setzt.
Der Plan des Ministeriums, die Wohngeldausgaben um eine Milliarde Euro zu kürzen, steht nun auf dem Prüfstand. Kritiker befürchten, dass die Einschnitte die Obdachlosigkeit verschärfen könnten, während andere auf Mietregulierung als Alternative drängen. Die endgültige Entscheidung wird maßgeblich prägen, wie Deutschland in den kommenden Jahren mit den steigenden Wohnkosten umgeht.






