27 December 2025, 15:10

Bundesärztekammer fordert komplettes Silvester-Feuerwerksverbot für mehr Sicherheit

Eine Menschenmenge, einige in Kostümen, versammelte sich vor Gebäuden mit Schildern, einer Box mit Schrift und einem Feuerlöscher.

Arztpräsident Reinhardt fordert Feuerwerksverbot zum Schutz der Bevölkerung - Bundesärztekammer fordert komplettes Silvester-Feuerwerksverbot für mehr Sicherheit

Präsident der Bundesärztekammer fordert vollständiges Verbot von Privatfeuerwerk an Silvester

Klaus Reinhardt, der Präsident der Bundesärztekammer, hat sich für ein generelles Verbot von privat genutztem Feuerwerk an Silvester ausgesprochen. Sein Appell folgt auf Jahre schwerer Verletzungen, den Missbrauch von Feuerwerkskörpern als Waffen sowie die Belastung, die sie für Kriegsflüchtlinge in Deutschland darstellen. Reinhardt besteht darauf, dass nur organisierte öffentliche Feuerwerke in kontrollierten Zonen erlaubt bleiben sollten.

Er verwies auf die immer wiederkehrenden Schäden durch unkontrolliertes Feuerwerk, darunter Augenverletzungen, Verbrennungen und Explosionstraumata – besonders bei Kindern und Jugendlichen. Jährlich sind Notaufnahmen mit Fällen von akustischen Traumata und schweren Wunden überlastet, was hohe Kosten für das Gesundheitssystem verursacht.

Doch die Gefahren beschränken sich nicht auf körperliche Verletzungen: Feuerwerkskörper werden regelmäßig als Waffen gegen Polizei, Feuerwehrleute und Rettungskräfte eingesetzt. Zudem lösen Lärm und Explosionen bei vielen Geflüchteten, insbesondere aus der Ukraine und Syrien, Panikattacken aus, da sie die Geräusche mit Kriegsbombardements verbinden. Hinzu kommt die Umweltbelastung: Feuerwerk setzt schädliche Emissionen frei und hinterlässt Berge von Müll. Reinhardt hinterfragte, ob diese Tradition in einem Land mit über einer Million Kriegsflüchtlingen noch zeitgemäß sei, und bezeichnete sie als rücksichtslos gegenüber deren Traumata. Nun fordert er Bundes- und Landesinnenminister zum Handeln auf. Sein Vorschlag sieht vor, Feuerwerk auf professionelle Shows in ausgewiesenen Zonen zu beschränken und den privaten Gebrauch komplett zu verbieten.

Ein bundesweites Verbot von Privatfeuerwerk soll Verletzungen reduzieren, die Belastung der Krankenhäuser verringern und schutzbedürftige Gruppen entlasten. Gleichzeitig würde es die Umweltverschmutzung und den Müllberg verringern, während öffentliche Feiern in einer sicheren, kontrollierten Form erhalten blieben. Reinhardts Initiative spiegelt wachsende Bedenken über die menschlichen und ökologischen Folgen dieser Tradition wider.