Thüringen - der letzte stabile BSW-Standort? - BSW in Thüringen kämpft mit Machtkämpfen und sinkender Zustimmung
Die BSW-Partei in Thüringen steht trotz ihrer Rolle in der Landesregierung vor wachsenden inneren Spannungen. Die Unterstützung für die Partei ist seit der letzten Wahl deutlich gesunken – aktuelle Umfragen zeigen nur noch sieben Prozent Zustimmung. Streitigkeiten zwischen der Landesvorsitzenden Katja Wolf und der Parteigründerin Sahra Wagenknecht über die strategische Ausrichtung verschärfen die Lage zusätzlich.
Die Thüringer Koalition, auch als "Brombeer-Bündnis" bekannt, vereint CDU, SPD und BSW. Die Partnerschaft regiert mit einem auf zwei Jahre angelegten Haushalt für 2026 und 2027 und verfügt damit über finanzielle Stabilität – selbst ohne parlamentarische Mehrheit. Die BSW-Minister Katja Wolf und Steffen Schutz leiten derzeit die Ressorts Finanzen und Infrastruktur.
Doch zeigen sich zunehmend Risse. Zwei der 15 BSW-Abgeordneten in Thüringen haben öffentlich am Fortbestand der Koalition gezweifelt. Auch an der Basis wächst die Unzufriedenheit, was die allgemeine Stimmung widerspiegelt. Die Situation hat sich weiter zugespitzt, nachdem die SPD-BSW-Koalition in Brandenburg an internen Machtkämpfen und Abweichlern gescheitert war. Der Austritt des brandenburgischen Finanzministers Robert Crumbach aus der BSW wirkt sich nun auch auf den Thüringer Landesverband aus. Zwar bezeichnet der Politikwissenschaftler Torsten Oppelland die Thüringer BSW im Vergleich zu anderen als "relativ stabil", doch bleiben die Spannungen in Sachsen-Anhalt, Hamburg und Bayern hoch. Auch dort gibt es interne Konflikte, die Zweifel an der bundesweiten Stabilität der Partei nähren.
Die BSW in Thüringen will zwar weiter regieren, doch ihre Position wird immer brüchiger. Mit halbierter Unterstützung seit 2024 und sich vertiefenden internen Gräben muss die Partei nun sowohl die öffentliche Unzufriedenheit als auch die Führungskrise bewältigen. Das Ergebnis wird nicht nur über das Schicksal der Thüringer Koalition entscheiden, sondern auch die politische Zukunft der BSW insgesamt prägen.