14 January 2026, 12:58

Berlin verschenkt vier Millionen Kilo Kartoffeln – und löst eine Debatte aus

Ein Plakat mit verschiedenen Lebensmitteln, darunter Kartons, mit der Aufschrift "Heidelberg - Produkte Alimentaires et de R├Ęgime Heidelberg".

Verein: Auch in Brandenburg - Kartoffel├╝berschuss wird verteilt - Berlin verschenkt vier Millionen Kilo Kartoffeln – und löst eine Debatte aus

Kampagne in Berlin verschenkt vier Millionen Kilogramm Kartoffeln nach Überproduktion

Nach einem Marktüberangebot, das Landwirte mit unverkauften Beständen zurückließ, werden in Berlin nun vier Millionen Kilogramm Kartoffeln kostenlos verteilt. Der Überschuss folgt auf eine Rekordernte in Brandenburg, wo Bauern im vergangenen Jahr über 400.000 Tonnen Kartoffeln ernteten. Sozialverbände und Umweltorganisationen fordern nun eine bessere Verteilung, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden und Bedürftige zu unterstützen.

Allein in Brandenburg wurden 2025 auf 11.400 Hektar 403.100 Tonnen Kartoffeln angebaut. Doch bei geringer Nachfrage bleibt ein Großteil der Ernte unverkauft und lagert in einem Agrarbetrieb südlich von Leipzig. Ein Teil der Überschussware droht sogar, entsorgt oder als Energiequelle verbrannt zu werden.

Als Reaktion darauf starteten die Berliner Morgenpost und die Suchmaschine Ecosia eine Kampagne, um die Kartoffeln in Berlin zu verteilen. Gleichzeitig forderte der Wohlfahrtsverband Volkssolidarität Brandenburg einen landesweiten Plan, um Überschussernte an soziale Einrichtungen, Kitas und Schulen weiterzuleiten. Die Organisation betonte, dass genießbare Lebensmittel nicht verschwendet werden dürften, während viele Menschen auf Lebensmittelhilfen angewiesen seien. Henrik Wendorff, Vorsitzender des Brandenburger Bauernverbandes, erkannte zwar die guten Absichten des Vorschlags an, stellte jedoch infrage, ob ein solches System langfristig tragfähig sei.

Die Initiative zielt darauf ab, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren und gleichzeitig Haushalten in Not zu helfen. Mit Millionen Kilogramm verfügbarer Kartoffeln hoffen die Organisatoren auf eine effiziente Verteilung. Die Debatte wirft zudem grundsätzliche Fragen auf: Wie lassen sich landwirtschaftliche Überschüsse besser mit sozialen Bedürfnissen in Einklang bringen?