BBC streicht Reparaturwerkstatt-Folge wegen alter Monkhouse-Witze – Zensur-Debatte entbrennt
Tim SimonBBC streicht Reparaturwerkstatt-Folge wegen alter Monkhouse-Witze – Zensur-Debatte entbrennt
Eine Folge von Die Reparaturwerkstatt wurde kurzfristig aus dem BBC-Programm genommen, nachdem sich ein Mitarbeiter der Produktionsfirma über einen Witz beschwert hatte, den er als beleidigend einstufte. Im Mittelpunkt der Sendung stand die Restaurierung der handschriftlichen Witzesammlungen von Bob Monkhouse aus den 1960er-Jahren. Die Entscheidung löste sofort eine Debatte über Zensur und kulturelle Sensibilität aus.
Die Witzesammlungen, gefüllt mit tausenden Scherzen und Karikaturen, waren ein Lebenswerk des verstorbenen Komikers. Einiges Material, darunter Zeichnungen von oberschlächtigen Frauen, gilt nach heutigen Maßstäben als sexistisch. Die BBC und die Produktionsfirma Ricochet verteidigten ihren Schritt mit der Begründung, man trage eine Verantwortung gegenüber allen Zuschauern.
Bob Monkhouse, eine Legende der britischen Comedy, begann in den frühen 1960er-Jahren mit der Zusammenstellung seiner Witzesammlungen. Bis zu seinem Tod 2003 ergänzte er sie kontinuierlich und bewahrte die Seiten in einem Koffer auf, den er die silberne Kugel nannte. Einmal wurden die Sammlungen gestohlen, später aber wiedergefunden.
Die Bücher, die Monkhouse in seinem Testament an seinen Adoptivsohn und Schreibpartner Colin Edmonds vererbte, enthielten eine Mischung aus Humor, Kritzeleien und Karikaturen. Manche Witze und Illustrationen spiegelten die Einstellungen ihrer Zeit wider, die heute von vielen als überholt oder anstößig empfunden werden.
Als Die Reparaturwerkstatt die Restaurierung dieser Bücher vorstellte, äußerte ein Produktionsmitarbeiter Bedenken wegen eines bestimmten Witzes. BBC und Ricochet reagierten, indem sie den Beitrag vor der Ausstrahlung entfernten. Die Entscheidung führte zu einer Welle der Kritik: Fans und Kommentatoren warfen dem Sender Zensur und Übergriffigkeit vor.
Bis Mitte 2025 hatte sich die Kontroverse weiter zugespitzt. Petitionen gegen das Vorgehen der BBC sammelten über 100.000 Unterschriften. Komiker wie Jimmy Carr kritisierten die Entscheidung öffentlich, während Zeitungen wie der Telegraph und The Spectator in Leitartikeln vor einer übertriebenen kulturellen Sensibilität warnten. Trotz der Kritik hielt die BBC an ihrer Position fest, sodass die Debatte auch 2026 noch ungelöst blieb.
Der gestrichene Beitrag brachte die Spannungen zwischen dem Erhalt historischen Materials und modernen Sensibilitäten auf den Punkt. Die einst private Witzesammlung wurde zum Kristallisationspunkt für weitergehende Diskussionen über Meinungsfreiheit und den Wandel gesellschaftlicher Normen. Die BBC bleibt bei ihrer Haltung – doch die öffentliche und mediale Auseinandersetzung damit dauert an.






