19 March 2026, 10:26

Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Dürer-Hasen und Trachtenfiguren aus

Eine Gruppe von Menschen in traditioneller bayrischer Tracht, die marschieren, Instrumente spielen und Taschen tragen, mit Bäumen, Gebäuden und einem geparkten Fahrzeug im Hintergrund.

Wenn es grün ist, hoppeln Sie weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Dürer-Hasen und Trachtenfiguren aus

Bayernweit ersetzen Städte klassische Ampelfiguren durch lokale Kulturikonen – doch die Umstellung sorgt für Debatten über Sicherheit und Tradition. Einige Kommunen setzen die Pläne trotz Widerstand der Landesbehörden durch.

Den Anfang machte Nürnberg, das eine Ampel mit Albrecht Dürers "Feldhasen" installierte – und zwar ohne Genehmigung der bayerischen Staatsregierung. Die Stadt begründete dies damit, dass Verkehrssignale in die kommunale Zuständigkeit fielen.

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Augsburg zog nach und brachte in der Nähe seines Theaters eine Kasperl-Figur an, die jedoch eine Sondergenehmigung der Regierung von Schwaben erhielt. Deggendorf führte derweil eine knödelwerfende Frau ein, und Dachau kleidete seine Ampelmännchen in traditionelle Tracht – zu Kosten von nur 300 Euro für Schablonen und Design.

Der Vorschlag der Stadt Hof, ihren legendären Würstchenverkäufer "Wärschtlamo" zu ehren, wurde zunächst abgelehnt. Erst als die SPD-Stadtratsfraktion die 3.000 Euro für die Umsetzung übernahm, gab es grünes Licht. München verfügt bereits über drei Pumuckl-Ampeln, während Straubing den "Bruder Straubinger" abbildet.

Das bayerische Innenministerium übt scharfe Kritik an den Änderungen. Die Behörden betonen, dass Verkehrssignale klar und universell verständlich bleiben müssten. Sie warnen davor, Ampeln für die Vermarktung regionaler Eigenheiten oder soziopolitischer Botschaften zu nutzen – mit Verweis auf mögliche Sicherheitsrisiken.

Trotz der Vorbehalte plant Dachau nach positiver Resonanz der Bürger weitere thematische Ampeln. Keine der Städte hat jedoch eine offizielle Freigabe der jeweiligen Regierungsbezirkierung für die Entwürfe erhalten.

Der Trend zu kulturell geprägten Ampelfiguren hält an – trotz des Widerstands aus München. Während Städte wie Dachau und Hof ihr Angebot erweitern, umgehen andere die Bedenken der Landesbehörden einfach durch kommunale Eigeninitiative. Die Diskussion zeigt das Spannungsfeld zwischen lokaler Identität und standardisierten Verkehrsregeln.

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