06 February 2026, 10:23

Bayerische Arbeitgeber fordern mehr Arbeitsstunden und weniger Urlaubstage für mehr Wachstum

Ein Plakat mit fetter, schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, das "Trickle-Down Economics Doesn't Work" lautet, eingerahmt von einem schmalen schwarzen Rand, und einschließlich eines Zitats von Präsident Biden.

Arbeitgeber starten neuen Anstoß für Überstunden - Bayerische Arbeitgeber fordern mehr Arbeitsstunden und weniger Urlaubstage für mehr Wachstum

Bayerische Wirtschaftsführer haben Vorschläge zur Änderung der Arbeitszeiten und des Urlaubsanspruchs vorgelegt, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Dazu gehören die Einführung einer zusätzlichen Arbeitsstunde pro Woche oder die Kürzung von Urlaubstagen. Die Gewerkschaften zeigen sich jedoch wenig kompromissbereit und dürften solchen Plänen ohne Widerstand nicht zustimmen.

Die Debatte ist das Ergebnis jahrelanger Spannungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmervertretern über flexible Arbeitszeitmodelle und Erhöhungen des Urlaubsgelds.

Die Reformbestrebungen gehen von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) und dem Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie (bayme/vbm) aus. Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer des vbm, schlug vor, entweder einen Urlaubstag zu streichen oder die wöchentliche Arbeitszeit um eine Stunde zu erhöhen. Zudem wies er darauf hin, dass drei Feiertage in diesem Jahr auf Wochenenden fallen – was das Wirtschaftswachstum um 0,2 Prozent steigern könnte.

Zuvor hatten Arbeitgeber bereits den vollständigen Wegfall eines Feiertags ins Spiel gebracht, doch dieser Vorschlag wurde abgelehnt. Stattdessen setzen sie nun auf Alternativen wie die Reduzierung des Urlaubsanspruchs oder Anpassungen der Arbeitszeiten. Diese Ideen entsprechen langjährigen Forderungen der bayerischen Wirtschaft, die in Tarifverhandlungen mit Gewerkschaften wie IG Metall und ver.di wiederholt flexible Arbeitszeitmodelle gefordert hat – etwa die Möglichkeit, bis zu 42-Stunden-Wochen ohne Ausgleich zu vereinbaren.

In früheren Verhandlungen, wie etwa beim Tarifabschluss für die Metallindustrie 2024, hatten die Arbeitgeber zwar eine Lohnerhöhung von 4,3 Prozent durchgesetzt, sich aber gegen eine Ausweitung des Urlaubsanspruchs über die gesetzlichen Mindeststandards hinausgesperrt. Brossardt befürwortet zwar Teilzeitarbeit aus bestimmten Gründen, lehnt jedoch einen automatischen Anspruch darauf ab. Gleichzeitig hat auch Markus Söder (CSU) die Idee einer zusätzlichen Wochenarbeitsstunde ins Gespräch gebracht, um die Produktivität zu steigern.

Die Gewerkschaften bleiben jedoch bei ihrer ablehnenden Haltung gegenüber Änderungen in Arbeitsverträgen, insbesondere bei Teilzeitarbeit und der Einhaltung von Urlaubsregelungen. Die Umsetzung solcher Maßnahmen würde langwierige Verhandlungen erfordern, sodass eine schnelle Einigung unwahrscheinlich ist.

Die Vorschläge der bayerischen Arbeitgeber stoßen auf starken Widerstand der Gewerkschaften, die sich seit Langem gegen Anpassungen bei Arbeitszeiten und Urlaubsregelungen wehren. Jegliche Änderungen müssten im Rahmen der Tarifverhandlungen beschlossen werden – ein Prozess, der sich in der Vergangenheit oft als schwierig erwiesen hat.

Vorerst könnte der wirtschaftliche Effekt der drei auf Wochenenden fallenden Feiertage einen kleinen Schub bringen. Ob es zu umfassenderen Reformen kommt, bleibt jedoch ungewiss.