Bauwirtschaft der Bundesländer: 2026 endet die Talfahrt mit 1,7 % Wachstum
Marie SchulzDIW erwartet Trendwende in der Bauwirtschaft - Hoffnung für Wohnungsuchende - Bauwirtschaft der Bundesländer: 2026 endet die Talfahrt mit 1,7 % Wachstum
Bundesländer Deutschlands' Bauwirtschaft steht vor einer vorsichtigen Erholung nach Jahren des Rückgangs. Für 2026 wird wieder ein Wachstum erwartet – die Produktion soll um 1,7 % steigen, der erste Anstieg seit fünf Jahren. Experten prognostizieren weitere Zuwächse im Jahr 2027, angetrieben vor allem durch öffentliche Infrastrukturinvestitionen und eine Belebung im Wohnungsbau.
Die Krise der Branche hat die wirtschaftliche Abkühlung Deutschlands verstärkt. Doch die Prognosen deuten nun auf eine allmähliche Wende hin. 2026 dürften öffentliche Tiefbauprojekte um fast 10 % zulegen, während der Wohnungsbau um 2,4 % wächst. Im Folgejahr könnte die Wohnungsbauproduktion sogar um 6,1 % steigen – damit würde die Gesamtbauleistung erstmals die Marke von 600 Milliarden Euro überschreiten.
Nicht alle Bereiche werden gleichermaßen profitieren. Der Bau von Büros und Fabriken bleibt aufgrund anhaltender wirtschaftlicher Unsicherheit schwach. Gleichzeitig warnt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) vor Risiken. Ein plötzlicher Zustrom staatlicher Mittel könnte zu ungerechtfertigten Preisanstiegen führen und die Stabilität der Branche gefährden. Der Wirtschaftswissenschaftler Martin Gornig fordert dringend Maßnahmen zur Steigerung der Produktivität. Seine Studie schlägt die Einrichtung einer staatlichen Taskforce vor, um öffentliche Investitionen effizienter zu koordinieren. Ohne solche Schritte könnte sich die Erholung der Branche als ungleichmäßig erweisen.
Eine Belebung der Bautätigkeit könnte der deutschen Wirtschaft willkommenen Auftrieb geben. Für 2027 wird ein Produktionsanstieg von 3,4 % erwartet, wobei öffentliche Vorhaben die Entwicklung anführen. Dennoch bleiben Herausforderungen – etwa die schwache Nachfrage im Gewerbebau und die Gefahr von Kosteninflation durch erhöhte Staatsausgaben.