Bätzing fordert neuen Blick auf die positiven Entwicklungen der Kirche
Lukas BraunBischof Bätzing fordert mehr inspirierende Geschichten - Bätzing fordert neuen Blick auf die positiven Entwicklungen der Kirche
Limburger Bischof Georg Bätzing hat eine Veränderung in der Art und Weise gefordert, wie die Kirche ihre Entwicklung bewertet. In einer Rede im Frankfurter Dom plädierte er dafür, positive Entwicklungen stärker in den Blick zu nehmen, statt sich auf den Niedergang zu konzentrieren. Seine Worte kommen zu einer Zeit, in der viele Menschen sich wegen des negativen Tons von Nachrichten abwenden.
Bätzing verwies auf Beispiele der Hoffnung, darunter ein Flüchtlingshilfeprogramm, in dem junge Asylsuchende durch eine berufliche Ausbildung dauerhafte Arbeitsplätze erhielten. Zudem hob er steigende Taufzahlen in Frankreich und eine starke Verbundenheit junger deutscher Katholiken mit der Kirche hervor.
In seiner Ansprache argumentierte Bätzing, die Kirche solle Erfolg anders messen. Statt Verluste zu dokumentieren, schlug er vor, Wachstum von der Basis her zu erfassen – ähnlich wie es die frühen Christen taten. Dieser Ansatz, so der Bischof, würde oft übersehene Entwicklungen sichtbar machen.
Ein Erfolgsbeispiel, das er nannte, war eine kirchliche Initiative für Geflüchtete. Ehrenamtliche halfen jungen Asylbewerbern, eine duale Berufsausbildung abzuschließen, woraufhin viele eine langfristige Beschäftigung fanden. Solche Projekte, betonte Bätzing, zeigten die anhaltende Wirkung der Kirche. Sein Appell zu mehr Optimismus passt zu einem größeren Trend: In Deutschland ergab eine aktuelle Umfrage, dass mehr als die Hälfte der jungen Katholiken der Kirche treu bleiben würde. Gleichzeitig verzeichnet Frankreich einen bemerkenswerten Anstieg von Erwachsenen, die sich taufen lassen. Diese Entwicklungen deuten auf ein positiveres Bild hin, als oft dargestellt wird.
Bätzing räumte ein, dass die ständige Negativberichterstattung viele Menschen veranlasst habe, sich abzuwenden. Durch die Fokussierung auf positive Entwicklungen, so seine Überzeugung, könne die Kirche mehr Vertrauen und Engagement wecken.
Die Worte des Bischofs unterstreichen konkrete Entwicklungen innerhalb der Kirche – von der Flüchtlingshilfe bis zu steigenden Taufzahlen. Statt abstrakter Hoffnung verwies seine Rede auf messbare Ergebnisse. Sein Vorschlag, Erfolg neu zu definieren, könnte beeinflussen, wie die Kirche ihre Rolle in der modernen Gesellschaft bewertet.