25 January 2026, 04:19

Baden-Württemberg trainiert Sechstklässler für den Krisenfall – mit Notfallrucksäcken und Überlebenstipps

Ein kleiner Beutel mit einem Stück Papier oben drauf, wahrscheinlich ein Verbandskasten, mit Text darauf.

Dosenwaren und Dosengüter - Schüler trainieren für Notfälle - Baden-Württemberg trainiert Sechstklässler für den Krisenfall – mit Notfallrucksäcken und Überlebenstipps

Schulen in Baden-Württemberg bereiten Schüler auf Notfälle vor

Im Rahmen einer neuen Initiative lernen Schüler in Baden-Württemberg, wie sie sich in Krisensituationen verhalten. Seit dem Schuljahr 2023/2024 müssen alle sechsten Klassen jährlich an einem Aktionstag zum Thema Zivilschutz teilnehmen. Der Schritt folgt wachsenden Bedenken hinsichtlich der Vorbereitung auf Großschadensereignisse – darunter ein Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz, durch den tausende Haushalte ohne Elektrizität waren.

Das Programm startete als Pilotprojekt unter Leitung der Malteser Hilfsorganisation. Florian Hambach, Lehrer und ehrenamtlicher Helfer im Katastrophenschutz, begleitet die Unterrichtseinheiten. Er betont, wie wichtig ganzjährige Angebote sind, damit die Schüler das Gelernte langfristig behalten.

An Schulen wie dem Werner-Heisenberg-Gymnasium in Weinheim oder dem Georg-Büchner-Gymnasium in Winnenden besprechen die Jugendlichen, welche Grundausstattung in Krisenfällen notwendig ist. Sie packen Notfallrucksäcke mit lebenswichtigen Vorräten wie Instant-Suppen, Konserven und langlebiger Milch. Manche legen sogar Kartenspiele ein, um sich bei Stromausfällen die Zeit zu vertreiben. Das Interesse an den Kursen stieg besonders nach den Hochwasserkatastrophen 2024, von denen viele Schülergemeinden betroffen waren. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt unterstützt die Idee und fordert jährliche Notfalltrainings an allen Schulen bundesweit.

Der verpflichtende Aktionstag stellt sicher, dass Sechstklässler in Baden-Württemberg nun praktische Fähigkeiten für den Ernstfall erwerben. Schulen, die am Pilotprojekt teilnahmen – etwa in Weinheim und Winnenden –, haben ihre Programme bereits ausgeweitet. Ziel der Initiative ist es, bei jungen Menschen langfristig Resilienz gegenüber möglichen Krisen aufzubauen.